„Die Stars von morgen“ sagt Moderator und Kultur-Chef Bernd Seidel beim Ottobrunner Kultursommer-Fest über die Tänzerinnen der Ottobrunner Balettschule. Sie zeigen verschiedene Tanzstile, von Step bis Hip-Hop. Foto: Brouczek

Kultursommer-Fest: Die Bühnen beben

Ottobrunn - Mamma Mia, was für eine Feier. Bis gegen Mitternacht ging es im Rosengarten am Wolf-Ferrari-Haus rund. Zum bereits 27. Mal hatte die Gemeinde zum Kultursommer-Fest geladen. Vom Abba-Musical bis zur Samba-Percussion: Sieben Stunden lang Unterhaltung am Stück.

Zwei Bühnen, dazwischen vollbesetzte Reihen von Tischen und Bänken. Bis zum Abend war auch kein Stehplatz mehr frei. Der Initiator des Festes, Bernd Seidel, schätzt die Zahl der Besucher auf rund 1500.

Seidel hätte „Nerven wie Drahtseile bewiesen“, lobte Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer. Erstmals in der Geschichte der Veranstaltung fand der Kultursommer im Rosengarten statt. Eine Zitterparty: Wie ein finsteres Omen drohten immer wieder dunkle Wolken am Himmel. Seidel hatte auf das richtige Pferd gesetzt. Die Veranstaltung wurde nicht in den Saal verlegt. Das Glück war mit dem Mutigen: Bis Mitternacht fiel nicht ein Tropfen. „Laut-Los hat uns ins Fest getrommelt“, startete Seidel ins Programm. Locker und gut gelaunt moderierte der Kultur-Chef den Abend. „Laut-Los“ heißt die zehnköpfige Samba-Gruppe der Rosmarie-Theobald-Musikschule.

Gemeinsam mit ihrem Leiter Thomas Schmiechen feuerten sie die Stimmung an. „Wer Lust hat, kann bei uns gern mitmachen“, lud der dann ein. Jeweils mittwochs werde geübt.

Traditionell der Auftritt der Ottobrunner Ballettschule. „Sie gehört einfach zum Kultursommer dazu“, sagte Seidel. Charmante Tänzerinnen, verschiedene Stile, vom Step-Tanz bis zum Hip-Hop. Die Smart-Phones der Eltern liefen vom Fotografieren fast heiß.

„Das sind die Stars von morgen, jetzt kommt ein ganz Großer von heute“, kündigte Seidel anschließend an. Gemeint war Georg Leiste in seiner Paraderolle als „Parmarotti“. Viele Ottobrunner kennen ihn vom jüngsten Kabarettisten-Wettbewerb „Amici Atrium“ im Herbst. Im Publikum blieb da kein Auge trocken. Kinder drängten an die Bühne, um mit großen Augen dem Spektakel nah zu sein. Leiste ist Artist, Comedien, Clown. Eigentlich ist er dies alles auf einmal. Und er brauchte zehn Freiwillige, starke Männer aus dem Volk. „Bayerische Eichen, das funktioniert“, sagt er als Parmarotti dann. Seinen Helden drückt er ein Seil in die Hand, auf dem er später balancieren wird. Halsbrecherisch, was er lachend präsentiert. Dazwischen trällert er Arien, auch die „Königin der Nacht“. Als Zugabe gibt er den DJ-Mützi - in Anlehnung an DJ Ötzi - und singt „Ein Stern“. Klar macht das Publikum da mit.

Ganz groß auch der Auftritt der griechischen Opernsängerin Eleni Ioannidou, die mit ihrem warmen, klaren Sopran begeisterte. Erst im Juni vergangenen Jahres brillierte sie in der einaktigen Opera Buffa „Il segreto di Susanna“ von Ermanno Wolf-Ferrari (1876-1948). Der Komponist lebte auch in Ottobrunn. Nach ihm wurde 1985 das Kulturzentrum benannt.

Ioannidou war Initiatorin des Abends. Auf dem Kultursommer präsentierte die Künstlerin Arien von „La Bohème“ bis „Tosca“. „Ich verbeuge mich vor dieser Stimme“, sagte Seidel ganz beeindruckt.

Von der Arena in Verona ging es zum Broadway. Dafür sorgte die Abraxas-Musical-Akademie aus München. Frech, modern und wirkungsvoll zeigten die Schüler der anerkannten Berufsfachschule Ausschnitte aus „Mamma-Mia“, „König der Löwen“ und „Grease“.

Der Kultursommer endete spektakulär mit Feuerwerk und Tanz. Bereits vormittags hatte hier der Kunstverein sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Tag und Nacht stand Ottobrunn ganz im Zeichen der Kultur.

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