Unterbringung von Flüchtlingen

Nach Asyl-Planungsstopp: Regierung gibt 1500 Plätze frei

  • schließen

Landkreis - Der Baustopp wird durchlässig. Die Regierung von Oberbayern gibt zehn nahezu fertiggestellte Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis München frei mit rund 1500 Plätzen.

Das Landratsamt reagiert erleichtert. Sieben der zehn Einrichtungen befinden sich im Süden des Landkreises; allein vier davon in Oberhaching. Mit Ismaning und Unterföhring ist der Norden zweimal vertreten. Ebenfalls auf der Liste steht die Hans-Pinsel Straße in Haar. Das Landratsamt geht von einem „ersten Schritt“ aus. Es könne also durchaus sein, dass da noch etwas nachkommt, sagt Landratsamts-Sprecherin Christina Walzner. „Wir warten auf Nachricht vom Bezirk.“ Objekte, die nicht auf der Liste sind, müssten daher nicht zwangsläufig abgelehnt sein.

Das Landratsamt war in Bedrängnis geraten

Ebenfalls grünes Licht vom Bezirk erhalten haben nach Landratsamtsinformationen „eine Reihe kleinerer Unterkünfte zur dezentralen Anschlussunterbringung.“ Laut Walzner soll es sich dabei vor allem um Unterkünfte in der Größenordnung von Wohnungen handeln, gemäß dem Konzept dezentraler Unterbringung. 

Das Landratsamt war in den zurückliegenden Wochen zunehmend in Bedrängnis geraten. Der von der Regierung im April verkündete, sofortige Baustopp für Flüchtlingsunterkünfte habe Aktivitäten des Kreises zur Unterbringung von Asylbewerbern „in voller Fahrt abrupt“ ausgebremst. Mietverträge durften ebenfalls nicht mehr abgeschlossen werden. Von der Anordnung erfasst waren selbst Objekte, die bereits durchgeplant und als Baumaßnahmen ausgeschrieben waren. In Oberschleißheim etwa hätte es bloß noch der Unterschrift des Landrats bedurft.

Die Objekte sind fast fertiggestellt

Die Lage spitzte sich zu, da Fristen für Notunterkünfte, wie in Oberschleißheim, auslaufen sollten. Landrat Christoph Göbel (CSU) hatte sich öffentlich für eine Abkehr von Notlösungen, von Traglufthallen, Containern und Schulturnhallen, hin zu dauerhaften, stabilen Einrichtungen ausgesprochen.

Laut Landratsamt sind die freigegebenen Objekte fast vollständig fertiggestellt. Elementar für Landrat Göbel ist, dass die Entscheidung der Regierung es dem Kreis erlaubt, sich auf die von jedermann erwartete, nächste Flüchtlingswelle zu konzentrieren, „darauf bestmöglich vorbereitet zu sein“. Göbel hofft, sich demnächst auf weitere, vom Baustopp gelöste Unterkünfte freuen zu dürfen.

Diese Unterkünfte werden frei gegeben: 

Haar: Hans-Pinsel Straße; Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Ottobrunner Straße; Ismaning: Mayerbacherstraße; Oberhaching: Äußerer Stockweg; Ödenpullacher Straße; Holzstraße; Sommerfeld; Ottobrunn: Kathi-Weidner-Weg; Unterföhring: Bauhofstraße; Unterhaching: ehemaliges Bundeswehrgelände Biberger Straße.

an

Rubriklistenbild: © Robert Brouczek

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frau verletzt sich bei Frontalzusammenstoß
Ottobrunn - Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge auf der Unterhachinger Straße ist eine 58 Jahre alte VW-Fahrerin leicht verletzt worden.
Frau verletzt sich bei Frontalzusammenstoß
Zukunft des Rheingoldhofs ungewiss
Neubiberg - Die Zukunft des Rheingoldhofs in Neubiberg ist ungewiss. In absehbarer Zeit wird das Hotel aber nicht abgerissen und auf dem Gelände Wohnhäuser gebaut. Der …
Zukunft des Rheingoldhofs ungewiss
15-Jähriger fährt im Auto einer Bekannten spazieren
Haar - Verdächtig jung sah der Fahrer eines Pkw aus, den die Polizei Haar am Freitag gegen 23.30 Uhr an der Ecke Katharina-Eberhard-Straße/Gronsdorfer Straße …
15-Jähriger fährt im Auto einer Bekannten spazieren
Göbel: Der Landkreis darf nicht verstädtern
Unterföhring – Die CSU Unterföhring hat nun zum dritten Mal ihren Neujahrsempfang bei einem der großen Unterföhringer Arbeitgeber veranstaltet. Nach der Allianz und Sky …
Göbel: Der Landkreis darf nicht verstädtern

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion