Das Hotel Pazific: Der neue Eigentümer möchte das Gebäude nicht abreißen, sondern umnutzen.
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Das Hotel Pazific: Der neue Eigentümer möchte das Gebäude nicht abreißen, sondern umnutzen.

Gebäude wird nicht abgerissen, sondern saniert

Gemeinde hatte andere Pläne: Jetzt wird dieses ehemalige Hotel zur Flüchtlingsunterkunft

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
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Seit zwei Jahren steht das ehemalige Pazific-Hotel in Ottobrunn leer. Mit dem alten Eigentümer hatte die Gemeinde bereits große Pläne gemacht. Das Gebäude sollte abgerissen werden und einem neuen Geschäfts- und Wohnhaus weichen. Doch jetzt gibt es einen neuen Eigentümer, der einen Vertrag mit dem Freistaat geschlossen hat. Das Gebäude wird nun saniert und soll laut Landratsamt als Flüchtlingsunterkunft dienen.

Ottobrunn – Was liegt zwischen dem Pazifik und dem Atlantik? Nein, es ist nicht Amerika, sondern die Rosenheimer Landstraße. Zumindest in Ottobrunn. Diesen Scherz hat der neue Eigentümer des Hotels Pazific auf Lager, der das Gebäude auf Vordermann bringt und gerade für eine Umnutzung für hochwertige Wohnungen und eventuell für ein Café im Erdgeschoss fit macht.

Das Dach wurde erneuert, neue Leitungen verlegt und vieles mehr, was für eine Modernisierung des Gebäudes vonnöten ist. Laut einer Sprecherin des Landratsamts München soll das ehemalige Hotel „zukünftig zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden“.

Mit dem Eigentümer, so das Landratsamt weiter, sei eine entsprechende vertragliche Vereinbarung getroffen worden. Das Gebäude wird derzeit umgebaut. Angaben zur Kapazität sind erst nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten und Übergabe der Räumlichkeiten möglich. „Wir stehen bezüglich des Vorhabens auch mit der Gemeinde in Kontakt.

Zuletzt Schauplatz für Vandalismus

Das Hotel Pazific hat in den 1970er Jahren nach dem Bau eine Blütezeit erlebt, als Geschäftsreisende aus aller Welt zu Messerschmitt-Bölkow-Blohm nach Ottobrunn kamen, wo Hightech-Geschichte geschrieben wurde. Gerlinde und Dietmar Tafelmeier hatten das Hotel als Rohbau gekauft. Damals war im Erdgeschoss noch eine Bankfiliale untergebracht, die Rezeption befand sich im ersten Stock. Vor zwei Jahren musste verkauft werden. Gerüchten zufolge wurden auf dem Platz auch vereinzelt Drogen konsumiert. Nach dem Aus des Hotels, das abgerissen werden sollte, wurde es zum Schauplatz für Vandalismus und wilde Partys, die zum Teil von der Polizei unterbrochen wurden. Auch in den vergangenen Monaten sollen Jugendliche noch den Weg über das Dach genommen haben. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Gemeinde hatte andere Pläne

Die Gemeinde ist mit der jetzigen Entwicklung allerdings trotzdem nicht ganz glücklich. Mit dem ehemaligen Eigentümer des Hotels hatte die Gemeinde einen Bebauungsplan entwickelt und einen städtebaulichen Vertrag geschlossen. Ziel war es, dass an die Stelle des Hotels ein neues Geschäfts- und Wohnhaus rückt. Dafür wurde zusätzliches Baurecht geschaffen. Eine Wohnungsbindung als Auflage inklusive. Die Gemeinde hätte sich dadurch rund 400 Quadratmeter preisgünstigen Wohnraum sichern können. Dann aber wurde das Objekt verkauft. Es wurde dem Freistaat zur Miete angeboten und das Landratsamt als staatliche Unterbehörde ist laut Bürgermeister Thomas Loderer gewillt, das Angebot anzunehmen, um dort Personen unterzubringen. „Über die Klientel, die untergebracht wird, ist ihm nichts bekannt. Aber aus dem Bereich der Migration.“

Für die Umnutzung muss noch ein Bauantrag gestellt werden. Er ist im Rathaus noch nicht eingegangen. Der Bürgermeister betrachtet den Vorgang als Affront, „nicht wegen der Menschen, die kommen“, sondern weil hier ein erfolgreicher Schritt in der Innenentwicklung der Gemeinde nichtig sei.

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