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Kostbares Stück: Laura Katharina Handler spielt die Magini-Violine.

Laura Katharina Handler (18) bekommt Magini-Violine von 1624 geliehen

Kostbare Geige für junge Ottobrunnerin

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Ottobrunn – Nicht zu bezahlen: Die talentierte Musikerin Laura Katharina Handler (18) darf zwei Jahre eine  Magini-Violine von 1624 spielen. Vorerst.

Laura Katharina Handler (18) durfte sich jetzt eine Violine mit Zettel „Giovan Paolo Magini“, Brescia 1624, eine treuhänderische Eingabe aus Hamburger Familienbesitz, auswählen. Für zwei Jahre bleibt sie nun mindestens in ihrem Besitz. 

Die junge erfolgreiche Geigerin wurde jetzt ebenso wie weitere Bundespreisträger von „Jugend musiziert“ von der Deutschen Stiftung Musikleben mit Streichinstrumenten aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds ausgestattet. 

20 Nachwuchsstreicher aus vielen Teilen Deutschlands reisten an, um in Hamburg meist historische, vor allem aber besonders gut klingende Streichinstrumente aus dem Fonds anzuspielen und sich ein für sie passendes auszuwählen. Neun Geigen, drei Bratschen, fünf Celli und – besonders begehrt – drei Kontrabässe standen den jungen Musikern im Alter von neun bis 19 Jahren zur Auswahl. Neben Instrumenten aus dem Besitz der Stiftung und der Bundesrepublik Deutschland stammen die meisten aus Privatbesitz und wurden treuhänderisch in den Fonds eingegeben.

Aus Ottobrunn nahm Laura Handler teil. Lange hatte sie darauf hin gearbeitet. Sie testete drei Geigen und entschied sich für eine historische Violine aus Brescia 1624, eine treuhänderische Eingabe aus Hamburger Familienbesitz. Gerade die oberen Lagen hatten es ihr angetan. Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ hatte sie sich einen ersten Preis mit Höchstpunktzahl erspielt und wurde von der Deutschen Stiftung Musikleben mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. 

Nun darf sie für zunächst zwei Jahre dieses besondere Instrument spielen. Irene Schulte-Hillen, Präsidentin der Stiftung, erinnerte sich: „Geigenstars wie Julia Fischer, Veronika Eberle und Viviane Hagner haben am Anfang ihrer Karrieren auf Instrumenten aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds gespielt.“ 

Mittlerweile hatte das 18-jährige Talent genügend Zeit, um die neue Geige in allen Tonlagen kennenzulernen, und die Spielfreude kennt kaum Grenzen, wenn sie das geliebte Mendelssohnsche Violinkonzert oder eine Bach-Sonate anstimmt. Auch Mozart klingt wie ein Juwel. Der Klang der E-Seite ist elektrisierend und überwältigt die 18-Jährige beim Spiel. 

Sie will nicht schlecht über die Geige sprechen, auf der die sie bislang gespielt und ihr zum Spaß den Namen Miss Vivaldi gegeben hat, aber seit einer Woche nimmt sie fast nur noch das historische Stück in die Hand. Es hält so viel Musik über die Jahrhunderte eingeschlossen. 

Und Laura Handler findet damit auch leichter Zugang zu Johann Sebastian Bach, der etwa zu der Zeit lebte, als die Geige jenseits der Alpen gebaut wurde. „Es wäre zwar noch spektakulärer, wenn Bach selbst die Geige in der Hand gehalten hätte. Aber auch so ist man näher am Komponisten dran.“ 

Das Kennenlernen läuft nicht mühelos ab. Jede Geige will anders behandelt werden. Schließlich muss sich die Musikerin auch an die neuen Abstände und die Größe gewöhnen, denn ein Millimeter Unterschied beim Stegbau verändert bereits die Intonation der linken Hand. Und mit der Zeit wächst die emotionale Bindung zur Geige. Im Gegensatz zum Klavier lässt sie sich ja leicht einpacken und im Instrumentenkoffer überallhin mitnehmen. Sie ist ständiger Begleiter. 

Das viele jahrelange Üben hat sich für Laura Handler jedenfalls gelohnt, ein solches Instrument ist mit Geld schließlich kaum aufzuwiegen. Ende Februar 2017 findet wieder im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds statt, bei dem Meisterwerke von Stradivari und Guarneri nach dreitägigen Wertungsspielen von einer Fachjury vergeben werden. Die Virtuosen können sich vor Ablauf der Leihgabe übrigens um eine Verlängerung bemühen. Wenn das Instrument zum unentbehrlichen Begleiter geworden sein sollte.

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