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Mit Unterdruck in die Zukunft - Söder: „Wir stehen voll hinter dem Hyperloop“

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Von: Laura Forster

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In wenigen Monaten soll der Prototyp, der aus einem Passagiermodul, einem Servermodul und einer Vakuumröhre besteht, getestet werden können.
In wenigen Monaten soll der Prototyp, der aus einem Passagiermodul, einem Servermodul und einer Vakuumröhre besteht, getestet werden können. © brouczek

Es ist besonderes Projekt, auf das Ministerpräsident Markus Söder setzt: der Hyperloop. Gestern war Spatenstich für die erste Teststrecke in Ottobrunn/Taufkirchen. Für 2025 ist bereits ein längerer zweiter Abschnitt geplant.

Ottobrunn/Taufkirchen – Wenn Berlin das New York Deutschlands wäre, dann könnte der Freistaat mit Kalifornien verglichen werden, zumindest was das Engagement und den Einsatz für Hightech-Themen betrifft – diesen Vergleich zog Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Freitagmittag beim Spatenstich für die 24 Meter lange Teststrecke des Hyperloop-Forschungsprogramms der TU München. „Wir sind das Bundesland, das am meisten in diesen Bereich investiert.“

Allein für das Vorzeigeprojekt in Ottobrunn/Taufkirchen wurden Mittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Wir stehen voll dahinter. Wenn alles klappt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass daraus auch etwas Größeres wird.“ Beispielsweise eine Strecke von der Münchner Innenstadt zum Flughafen, die in zehn Minuten zurückgelegt werden könnte. Einem Bild-Bericht zufolge soll die Strecke von München bis Berlin sogar in rund 40 Minuten bewältigt werden. „Wir befinden uns in einem der größten Entwicklungsabschnitte, die Bayern je gemacht hat und sollten keine Angst vor der Zukunft haben.“

Umsetzung ist „Made in Bavaria“

Bereits seit 2015 arbeiten Studenten in Garching am Hyperloop-Projekt. Mehrfach gewannen sie die von Tesla-Gründer Elon Musk ins Leben gerufenen Wettbewerbe „SpaceX“. „Der Hyperloop ist zwar keine bayerische Idee, aber die Umsetzung ist ,Made in Bavaria’“, sagte Wissenschaftsminister Markus Blume. Das Ziel des Forschungsprogramms: Bis Ende des Jahrzehnts eine Hyperloop-Strecke zu bauen, bei der Passagiere mit rund 850 km/h befördert werden können. In wenigen Monaten soll jedoch zuerst die 24 Meter lange Teststrecke im Landkreis eröffnet werden. 2025 ist eine Erweiterung auf einen Kilometer Länge geplant. „Da können dann schon Geschwindigkeiten von mehreren Hundert km/h erreicht werden“, sagte Hyperloop-Projektleiter Gabriele Semino.

Die Vorteile des Hochgeschwindigkeitszugs: eine kurze Reisezeit, emissionsfreie Mobilität und – dank der vielen kleinen Kabinen – eine gewisse Privatsphäre. Die Schwierigkeiten: eine nicht ganz einfache Umsetzung und eine gewisse Skepsis der Bevölkerung. „Ein Risiko gibt es bei allen Verkehrsmitteln. Wir wollen den Hyperloop nicht nur weiterentwickeln, sondern ihn als Transportmittel für Passagiere zertifizieren“, so Semino. Denn das Hightech-Agenda-Geld des Freistaats soll nicht nur für die Forschung genutzt werden, Söder wünscht sich auch die Entwicklung neuer Geschäftsideen. „Die Amerikaner machen aus jeder Kleinigkeit ein Business, da sind wir in Deutschland noch ein bisschen hinterher“, sagte er.

Der Prototyp im Originalmaßstab

Insgesamt arbeiten sechs Lehrstühle mit 86 Studenten aus 28 Nationen seit April 2021 am Standort in Ottobrunn/Taufkirchen am ersten TUM-Hyperloop-Prototyp in Originalmaßstab, der aus einem Passagiermodul, einem Servermodul und einer Vakuumröhre besteht. „Wir wollen mit der ersten Teststrecke das technische System testen“, sagte Semino. Außerdem soll in naher Zukunft das Modell auch Gästen und Besucher die Möglichkeit geben, das Gefühl vom Reisen mit dem Hyperloop hautnah zu spüren. „Ich komme bald wieder und freue mich auf die erste Fahrt – nachdem Minister Markus Blume den Prototyp getestet hat“, scherzte der Ministerpräsident. „Aus Science-Fiction wird Realität.“

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