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Tristes Ensemble: Der Parkplatz und der leer stehende Gewerbebau (r.) sollen für die Asylunterkunft weichen.  

Nach Ärger wegen Parkplätzen in Ottobrunn

Zaunkönigstraße: Pläne für neue Asylunterkunft

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Erst Mehrfamilienhaus, dann Parkplatz, immer gab es Ärger. Der neue Plan des Grundbesitzers: Zwei Häuser für 56 Geflüchtete an der Zaunkönigstraße 15 bauen. 

Ottobrunn – Das Thema Asyl beschäftigt den Bauausschuss des Ottobrunner Gemeinderats am nächsten Montag, 13. Februar, gleich zweifach: Es geht um den Bau von zwei neuen Unterkünften. Beide Standorte sind umstritten in der Bevölkerung.

Nach monatelangem Stillstand beantragt die Firma „Feel Home II“ nun den Bau von sieben Holzhäusern am Kathi-Weidner-Weg, in denen 200 Geflüchtete Platz finden sollen. Das Vorhaben hatte unter den Anwohnern 2016 massiven Protest ausgelöst. Ursprünglich waren elf Häuser für 320 Flüchtlinge geplant gewesen. Diese Zahl wurde herabgesenkt, als die Summe der ankommenden Schutzsuchenden nach Schließung der Balkanroute rapide sank.

Den Ärger der Anwohner könnte nun auch Felix Eichbauer auf sich ziehen – wieder einmal. Er hat sein privates Grundstück an der Zaunkönigstraße 15 nun ebenfalls für die Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung gestellt. Wie aus den Unterlagen für die Ausschuss-Sitzung hervorgeht, sind dort zwei zweigeschossige Holzhäuser vorgesehen, um 56 Menschen unterzubringen. „Das Grundstück wird nicht eingefriedet“, heißt es im Schreiben der Bauverwaltung. Einen Spielplatz soll es geben, und „die Durchlässigkeit für Fußgänger bleibt nach wie vor gewahrt“.

Das Areal liegt direkt neben den Wohnblöcken an der Zaunkönigstraße 9 bis 13. Die Anwohner dort hatten 2014 erste Pläne Eichbauers für das Areal mit der Hausnummer 15, auf dem sich derzeit ein Parkplatz sowie ein verwaister Gewerbe-Flachbau befindet, zunächst verhindert. Der Eigentümer hatte dort ursprünglich ein Mehrfamilienhaus bauen wollen – viergeschossig plus ein zurückgesetztes Terrassengeschoss mit insgesamt 18 bis 22 Wohneinheiten. Die Anwohner wehrten sich, fürchteten Schatten und fehlende Sicht. Der Widerstand und zu geringe Abstandsflächen zeigten Wirkung: Der Gemeinderat lehnte das Vorhaben ab und bat um Alternativen.

Dann wurde es lange still in der Zaunkönigstraße – bis Eichbauer zum Jahresende 2015 plötzlich den Mietern die Stellflächen auf dem Parkplatz kündigte und das Areal abriegeln ließ. Eine zweite Welle des Zorns schwoll an. „Schikane“ vermutete so mancher Anwohner, „mafiös“ urteilten andere. Felix Eichbauer begründete die Kündigungen damit, „kurzfristig handlungsfähig“ sein zu wollen, falls es doch noch etwas wird mit dem Mehrfamilienhaus. „Wir wollen, dass dort etwas entsteht“, bekräftigte er im April 2016 gegenüber dem Münchner Merkur.

Es tat sich abermals monatelang nichts. Die Wut der Anwohner, die nun ohne Stellfläche in dem dicht besiedelten Viertel Ottobrunns nach Parkplätzen suchten, wuchs. Dann ließ der Grundbesitzer das Areal im Sommer 2016 wieder öffnen und bot die Stellflächen erneut zur Miete an – für den zweieinhalbfachen Preis.

Folglich war die Nachfrage gering, die Anwohner waren wieder – oder immer noch – erbost. Kündbar waren die neuen Parkplatz-Verträge monatlich. Um „kurzfristig handlungsfähig zu sein“, wiederholte Eichbauer im Dezember. Denn er sei „weiterhin auf der Suche nach einer Optimierung“ für sein Areal an der Zaunkönigstraße 15, da „das Bestandsobjekt wirklich nicht schön ist“.

Diese Optimierung scheint er nun gefunden zu haben. Wenn der Bauausschuss der Flüchtlingsunterkunft zustimmt – die Verwaltung empfiehlt dies in der Beschlussvorlage –, dürfte den Stellplatz-Mietern bald die nächste Kündigung ins Haus flattern.

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