Eine Skulptur von Justitia
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Wegen versuchten Totschlags an seinem Onkel in Ottobrunn muss sich ein 24-Jähriger vor dem Landgericht verantworten.

Prozess vor dem Landgericht

Neffe fährt Onkel absichtlich mit Auto an: Opfer erleidet Wirbelbruch und Schädel-Hirn-Trauma

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Wegen versuchten Totschlags an seinem Onkel muss sich ein 24-Jähriger jetzt vor dem Landgericht in München verantworten. Er hatte seinen Onkel nach einem Streit mit dem Auto absichtlich angefahren.

  • Ein 24-Jähriger muss sich vor Gericht wegen versuchten Totschlags verantworten
  • Er hatte seinen Onkel in Ottobrunn absichtlich mit dem Auto angefahren
  • Hintergrund war wohl Streit um Geld

Ottobrunn/München – Das Auto als Waffe: Für einen 24-jährigen Münchner war es eine folgenschwere Kurzschlusshandlung. Vor einem Jahr geriet er mit seinem Onkel in Ottobrunn in einen Streit. Es ging um Geld. Der Onkel gab ihm eine Watschn, nahm ihn in den Schwitzkasten und verschwand schließlich über die Terrasse in einer Grünanlage. Dort fuhr ihn der Neffe an. Nun muss er sich wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht München I verantworten.

Opfer selbst sitzt in U-Haft

Der 24-Jährige hatte sich der Polizei gestellt. Als sein Opfer jetzt in den Gerichtssaal geführt wurde, kamen ihm die Tränen. Der Onkel war quasi ein Ersatzvater für ihn gewesen und hatte ihn aufgezogen. Das Opfer selbst sitzt auch in U-Haft, wegen Betrügereien und Körperverletzung. An dem Streit gab sich der Onkel selber die Schuld. Er habe mit der Rangelei angefangen. „Warum haben Sie denn gestritten“, hakte die Vorsitzende Richterin Elisabeth Ehrl nach. „Weiß ich selber nicht“, erwiderte das Opfer. „Sie sollen Geld genommen haben“, sagte die Richterin, „mit der Karte abgehoben“, fügte sie hinzu, und dann hätten die Anderen wissen wollen, wo es ist. Der Onkel räumte alles ein.

Opfer muss bis heute Schmerzmittel nehmen

Anschließend hätte sich das Geschehen nach draußen verlagert. Der Onkel marschierte davon, der Neffe schnappte sich ein Auto und fuhr auf ihn los. Als sich der Onkel umblickte, fand er sich auch schon auf dem Auto wieder und krachte von dort auf die Straße. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, eine zwölf Zentimeter lange Quetsch-Riss-Wunde am Hinterkopf und eine Fraktur des dritten und vierten Brustwirbels. Der untere Bruch war instabil, dem Opfer wurden Platten eingesetzt. Bis heute muss er Tabletten gegen die anhaltenden Schmerzen einnehmen. Im Zuschauerraum verfolgten zahlreiche Angehörige seine Aussage. Die Tränen flossen. Da der Onkel in U-Haft ist, hatten viele den Mann schon lange nicht mehr gesehen. Der Prozess dauert an.

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