+
Neuperlach Süd ist derzeit Endstation der U5. Der Wunsch ist es, dass die U-Bahn bis nach Ottobrunn verlängert wird. (Symbolbild)

Öffentlicher Nahverkehr

MVG-Chef: Nur mit einer schneller Planung ist U5-Verlängerung möglich

  • schließen

Bei einer öffentlichen Diskussion zu einer möglichen Verlängerung der U5 nach Ottobrunn hat MVG-Chef Ingo Wortmann jetzt klar Stellung bezogen. Für ihn gibt es nur einen Weg zu Umsetzung. 

Ottobrunn – Die Verlängerung der U5 nach Ottobrunn war das Thema des ersten Bürgerdialogs, den SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Athen, angestoßen hatte. Gewollt ist der Halt „Ottobrunn“, aber es steht noch ein großes Paket an Arbeit an, wie etwa die Trassenführung und auch die Finanzierung. Zu einer schnellen Umsetzung bedarf es aber auch einer guten Vorarbeit und Disziplin.

„Wenn alles glatt geht, dann wird es bis zur ersten Fahrt nach Ottobrunn gut zehn Jahre dauern“, prognostizierte Ingo Wortmann, Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Sein Unternehmen ist für die U-Bahnen zuständig, ebenso wie für die Tram, Busse, MVG-Räder, Isar-Tiger und E-Tretroller. Prinzipiell beschränke sich der Zuständigkeitsbereich auf die Stadt München, aber „wir sind zu allen Schandtaten bereit“, wie auch die U-Bahn Verlängerungen nach Garching oder Martinsried zeigten.

Der Landkreis muss in Vorleistung gehen

Wortmann begrüßt den Ausbau der U5 Richtung Ottobrunn/Taufkirchen, „aber der Impuls muss vom Landkreis kommen“, der dann gemeinsam mit den beteiligten Gemeinden, dem Freistaat und dem Bund zusammenarbeitet bei Planung und Finanzierung. „Will der Landkreis die U5, dann muss er in Vorleistung gehen“, so Wortmann.

Die erste Verkehrswertuntersuchung im Jahr 2015 habe bei der Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen zwar ergeben, dass sich eine Verlängerung nicht rentiert. Mit dem Ausbau des Ludwig-Bölkow-Campus, der Ansiedelung von Hochtechnologieunternehmen und den Ausbau des Hochschulcampus nimmt die U5 Verlängerung wieder Fahrt auf. Im Februar wurden dem Kreistag sechs mögliche Trassenvarianten vorgestellt.

Um die U5-Verlängerung zu realisieren, müsse schneller geplant werden, sagt MVG-Chef Ingo Wortmann. SPD-Bürgermeisterkandidatin Sabine Athen hatte zur Diskussionsrunde eingeladen. 

„Es geht aber nicht darum, nur den Campus anzubinden, sondern auch den ganz normalen Bürger, der täglich zwischen Taufkirchen, Ottobrunn, Neubiberg oder Unterhaching nach München pendelt“, sagte Sabine Athen. Die Verlängerung sieht sie als nur einen Baustein eines gesamtumfassenden Verkehrskonzeptes. Aufgrund des Hochschulstandorts sieht die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) gute Aussichten, dass „der Freistaat mit ins Boot springt, die U-Bahn nach Garching hat gezeigt, dass die Finanzierung nicht der schwierigste Part ist.“ Um jedoch die von ihr angesprochene lange Planungszeit zu verkürzen, „muss man schnell planen und es dann eben auch durchziehen“, entgegnete Wortmann. Ständig neue Varianten ins Spiel zu bringen und per Gutachten prüfen zu lassen, stünden einem raschen Planfeststellungsverfahren eben entgegen.

Der Wunsch von Unterhachings Bürgermeister Wolfang Panzer (SPD) einer Anbindung seiner Kommune könne man, so Wortmann, auch mit dem Ausbau des Busnetzes mit verkürzten Taktzeiten begegnen.

Nur wenn schnell geplant wird, kann auch schnell gebaut werden

Dass man den U-Bahnbau beschleunigen könne, wenn man „den in Perlach Süd geplanten Betriebshof in Ottobrunn in der Nähe der B 471 platziert“, brachte Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) ein. Doch dem erteilte Wortmann eine klare Absage: „Wir können unseren Betriebshof nicht davon abhängig machen, ob, wie und wann die U5 zu Ihnen kommt. Wir brauchen unseren Betriebshof schnell und der soll bis zum Jahr 2026 gebaut werden. Das ist gesetzt.“ Einzig und allein, so seine klare Aussage, ist ein rascher Bau nur dann gewährleistet, wenn rasch geplant wird. „Ein konkreter Planungsbeschluss und zügiges Arbeiten bis hin zum Planfeststellungsverfahren.“

Aber für MVG-Chef Wortmann ist die U5 nicht die alleinige Lösung für eine funktionierenden Verkehrsinfrastruktur. „Wir brauchen Ringe und Tangenten, und ich bin dafür, vorhandene Systeme zu nutzen und auszubauen. Eine kürzere und bessere Taktung von Bussen kann sehr viel bringen“, ist er überzeugt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Windkraft im Hofoldinger Forst: Brunnthal stimmt für Standortvertrag
Brunnthal beteiligt sich weiter an den Windkraft-Planungen für den Hofoldinger Forst. Auch Windkraft-Gegner tragen diese Entscheidung mit.
Windkraft im Hofoldinger Forst: Brunnthal stimmt für Standortvertrag
Nur 300 Gramm Plastikmüll im Jahr: Diese Frau produziert ihr eigene Kosmetik und Co.
Pro Jahr produziert der Durchschnittsdeutsche rund 220 Kilogramm Plastikmüll. Aline Pronnet erzeugt im gleichen Zeitraum etwa 300 Gramm. Wie sie das schafft, erfahren …
Nur 300 Gramm Plastikmüll im Jahr: Diese Frau produziert ihr eigene Kosmetik und Co.
33-Jähriger in Hofolding festgenommen
Drei Zementmischer ohne Zulassung hat die Autobahnpolizei auf dem Autobahnrastplatz Hofolding am Mittwoch aus dem Verkehr gezogen. Der Fall endete mit einer Festnahme.
33-Jähriger in Hofolding festgenommen
Dieses Haus soll bald in Ottobrunn stehen - und zwar gleich zwei Mal
Seit zwei Jahren plant Ottobrunn an der Gartenstraße ein Mehrfamilienhaus. Sein Ebenbild soll nur ein paar Meter weiter entstehen. Bei den Details gab‘s noch …
Dieses Haus soll bald in Ottobrunn stehen - und zwar gleich zwei Mal

Kommentare