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Wassermann im alten Wasserwerk: Otto Grabmeier hat sein Büro am Ranhazweg.

Otto Grabmeier kümmert sich um Ottobrunns Wassernetz

Der Herr des Wassers

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Ottobrunn – Er ist Detektiv, Techniker, Mathematiker und Ersthelfer: Otto Grabmeiers Tag dreht sich ums Wasser.

Otto Grabmeier liebt seinen Job. „Es gibt kein Tagesgeschäft“, sagt der Harthauser. Jeder Tag sieht anders aus für den neuen Wassermeister von Ottobrunn. Seit Oktober arbeitet Grabmeier, nebenbei noch Landwirt, bei der Gemeinde. Nach dem Einzug ins alte Wasserwerk am Ranhazweg galt es erstmal, einen Überblick zu bekommen.  Das bedeutet „echte Detektivarbeit“. 

Skizzen hängen am Schrank, darauf eingezeichnet alle Haupt- und Nebenleitungen sowie Hausanschlüsse – das gesamte Wassernetz von Ottobrunn. 54 Kilometer messen allein die Hauptleitungen, 3500 Zähler gibt’s im Ort. Ärgerlich: Nicht alle in den Plänen eingezeichneten Leitungen und Anschlüsse stimmen. Also geht Grabmeier auf die Suche, vergleicht Notizen, Zeichnungen, Baupläne, Rechnungen, macht sich ein Bild auf der Straße und „fragt alte Leute im Ort, die noch etwas wissen könnten“. Nach und nach ergibt sich so ein Bild des Wassernetzes. Ein Puzzle unter der Erde.

Doch genau diese Arbeit macht dem 49-Jährigen Spaß, der von 2001 bis 2015 als Wassermeister das Netz in Höhenkirchen-Siegertsbrunn betreute. Mindestens genauso viel Spaß wie der Kontakt zu Menschen. Grabmeier ist für die Verwaltung ebenso wie für Bürger und Firmen „Mittelsmann, bei dem alles zusammenläuft“, wenn es ums Ottobrunner Wasser geht. 

Doch er ist auch „der Kundendienst für die Rohre“. Es gilt, die Leitungen zu untersuchen und das Netz Zug um Zug auf modernsten Stand bringen. Sein erster Eindruck: „Es gibt viel zu tun.“ Sein Ziel: „Pro Jahr ein Prozent des Netzes zu erneuern.“ Macht 540 Meter neue Leitungen pro Jahr. „In 100 Jahren sollte das Netz einmal rundum erneuert sein.“ Moderne Leitungen haben eine Lebensdauer von 100 bis 140 Jahre. 

Los geht’s heuer an der Falkenstraße. 330 Meter Straße werden aufgerissen und mit neuer Wassertechnik ausgestattet. Grabmeier liebt auch diese Rechenspiele. In seinem Lehrberuf als Mechaniker „hab’ ich mich nie verrechnet“, sagt er verschmitzt und grinst. Diese Gabe kommt ihm nun zu Gute. 

Janine Tokarski

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