Trickbetrug am Telefon
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Per Telefon beginnt oft der Trickbetrug.

Trickbetrug auf offener Straße

Angeblicher Notar prellt Seniorin um mehrere tausend Euro

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Zu gutgläubig war eine über 80-Jährige aus Ottobrunn, die auf die sogenannte Enkeltrickbetrugsmasche reinfiel. Und einem Unbekannten viel Geld in die Hand drückte.

Ottobrunn – Eine über 80 Jahre alte Dame aus Ottobrunn ist auf einen Trickbetrug hereingefallen und hat einem angeblichen Notar mehrere tausend Euro ausgehändigt. Die Geldübergabe erfolgte am vergangenen Freitag gegen 15.30 Uhr auf offener Straße in der Putzbrunner Straße auf Höhe der Maderwiese in Ottobrunn.

Zuvor hatte eine unbekannte Anruferin sich das Vertrauen der betagten Seniorin erschlichen. Sie rief wenige Stunden zuvor an, gab sich als „Bekannte aus dem näheren Familienkreis“ aus und behauptete, dringend Bargeld als Anzahlung für einen Wohnungskauf zu benötigen. Tatsächlich gelang es der Unbekannten dadurch, das Vertrauen der über 80-Jährigen zu gewinnen und sie dazu zu bewegen, dem angeblichen Notar mehrere Tausend Euro für die erfundene Anzahlung zu übergeben.

Seniorin wird erst Tage später misstrauisch

Weil der Ottobrunnerin zuvor versprochen wurde, dass die Rückzahlung wenige Tage später auf ihr Konto erfolge und dies nicht geschah, ging sie am Dienstag schließlich zur Polizei und erstattete Anzeige. Die AG Phänomene des Kriminalfachdezernats 3 hat die weiteren Ermittlungen wegen Enkeltrickbetruges übernommen und bittet um Hinweise unter Tel. 089 / 2 91 00.

Der Geldabholer wird so beschrieben: etwa 1,75 Meter groß, und 35 Jahre alt, er sprach hochdeutsch, hatte ein west-/nordeuropäisches Erscheinungsbild, runde/volle Gesichtsform, ohne Bart, bezeichnete sich selbst als „Notarangestellter Herr Stein“.

Tipps der Polizei: So schützen Bürger sich vor Trickbetrügern

Weil sich derartige Betrugsdelikte derzeit häufen, warnt die Kriminalpolizei generell dringend davor, angeblichen Verwandten oder Bekannten, die sich lediglich telefonisch melden, für etwaige Investitionen Geldbeträge zur Verfügung zu stellen. Die Angerufenen sollten unbedingt Rücksprache mit Vertrauenspersonen halten oder sich direkt an die Polizei wenden. Die Tipps der Polizei:.

- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.

- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

- Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.

- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstande an unbekannte Personen.

- Ändern Sie Ihren Eintrag im Telefonbuch, indem Sie Ihren Vornamen abkürzen.

- Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.

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