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Auf dem Dach des Verwaltungs- und Werkstättentrakts (hinten) sowie der Containerhalle (vorne links) will die Feuerwehr bis zu 20 Wohnungen bauen

Spektakulärer Plan

Ja, es ist machbar! Wohnen auf der Feuerwache 

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Weil das Wohnen in Ottobrunn  für Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr zu teuer ist,  plant der gemeinnützige Verein eigene Wohnungen auf den Dächern seiner Wache für seine Helfer zu errichten.

Ottobrunn - Mit 180 aktiven Mitgliedern und 30 Jugendlichen, die ihre zweijährige Ausbildung durchlaufen, scheint es auf den ersten Blick nicht so, als hätte die Ottobrunner Feuerwehr Personalprobleme. Diese stolzen Zahlen relativierten sich aber in der Praxis schnell: Viele Ehrenamtliche arbeiten nicht in der Gemeinde oder können während der Arbeitszeit nicht ausrücken. So stehen am Tag gerade mal 15 bis 20 Einsatzkräfte zur Verfügung, schätzt Eduard Klas (45), Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ottobrunn. 

Für viele Jugendliche ist Ottobrunn zu teuer

Gleichzeitig wandern immer mehr Jugendliche ab, weil sie sich in der teuren Gemeinde keine Wohnung leisten können. „Es ziehen düstere Wolken auf“, sagt Klas, der um die Versorgung der Gemeinde bangt. Damit der Nachwuchs nicht irgendwann ganz ausbleibt, hat Klas einen Vorstoß bei der Gemeinde gewagt: Die Kommune soll Wohnungen auf den Dächern der Wache bauen. In denen könnten junge Ehrenamtliche unterkommen, die sonst abwandern müssten. Der erste Schritt ist getan, der Bauausschuss der Kommune hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Noch vor der Sommerpause sollen die Pläne dann durch den Gemeinderat. Entsprechend ausgearbeitet ist die Studie. 

Feuerwache bietet Platz für bis zu 20 Wohnungen

Und Klas hat der tz ein paar Details verraten: Zunächst einmal das Wichtigste: Ja, es ist machbar! Auf den Dächern des Verwaltungs- und Werkstättentrakts und der Containerhalle sollen 15 bis 20 verschieden große Wohnungen entstehen. Und: Sollte der Gemeinderat zustimmen, wäre ein Baubeginn bereits im Frühjahr 2020 vorstellbar. Doch nicht nur das sich anbahnende Nachwuchs-Problem will der Kommandant mit den Wohnungen unter Kontrolle bringen: Ottobrunn ist mit mehr als 20 000 Einwohnern auch die am dichtesten besiedelte Gemeinde Deutschlands. Entsprechend zäh ist der Verkehr – vor allem zu Stoßzeiten. „Wer auf der Wache wohnt, muss nicht mehr hinfahren“, schlussfolgert Klas. Die Wohnungen seien also auch eine Möglichkeit, die vorgegebene Hilfsfrist von zehn Minuten leichter einzuhalten. Denn mit jedem weiteren Einwohner der Gemeinde wächst das Einsatzpotenzial. Die Wach-Wohnungen könnten die Situation ein wenig entspannen.

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