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In Haar ist sie schon unterwegs: die Sicherheitswacht.

Trotz vieler Gegner und ohne Neubiberg

Ottobrunn bekommt Sicherheitswacht auf Probe

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Ottobrunn – Ein Jahr, dann wird abgerechnet: In Ottobrunn laufen Bürger in Uniform erstmal ein Jahr lang Streife. Dafür werden noch Bewerber gesucht.

Probeweise, zunächst für ein Jahr, soll eine Sicherheitswacht in Ottobrunn Streife laufen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwochabend mit 16:10 Stimmen beschlossen. 

Dabei wollte Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) dies eigentlich „nicht ohne Neubiberg machen“, hatte er vor zwei Wochen in der Sitzung des Hauptausschusses gesagt, in der das Thema bereits kontrovers diskutiert worden war. Die hatten aber eine Einführung mit 11:12 Stimmen abgelehnt. 

Nun beantragte der Rathauschef eingangs, die zwingende Beteiligung Neubibergs für eine Einführung aufzuheben. Dagegen hatte das Gremium nichts einzuwenden. 

Sehr wohl aber hatten viele Ratsmitglieder nach wie vor etwas gegen eine Sicherheitswacht in Ottobrunn. Die Fraktionen Grüne/ÖDP, FDP und SPD stimmten geschlossen dagegen – mit Ausnahme von Konstantin Diederichs, der als einziger Sozialdemokrat für die Einführung votierte. 

Fraktionschefin Ruth Markwart-Kunas (SPD) stellte klar: „Ich bleibe dagegen.“ Zudem kritisierte sie, dass die im Ausschuss vielfach geäußerten Bedenken „keinen Eingang ins Protokoll gefunden haben. Das ist sehr bedauerlich“. Die Gegner fürchten, dass Helfer in Uniform eher „Ängste schüren“ statt sie den Bürgern zu nehmen, wie die SPD-Rätin betonte. 

Der Dienststellenleiter der Polizei-Inspektion Ottobrunn, Armin Ganserer, hatte in der Ausschuss-Sitzung ausgeführt, dass die Zahlen der Kriminalitätsstatistik keinen Anlass für die Einführung einer Sicherheitswacht geben, sondern es vielmehr subjektive Nöte und Sorgen in der Bevölkerung gebe, die abgebaut werden sollen. 

Auch Doris Popp (Grüne/ÖDP) meinte mit Blick auf die begrenzte Einsatzzeit, dass „mit einer Scheinwacht versucht wird, ein Scheinsicherheitsgefühl zu schaffen“. 

Ab wann wie viele Helfer wie oft und wie lange in Ottobrunn unterwegs sind, ist derzeit noch unklar. Etwas anders sehen das die CSU- und BVO-Fraktion. Erika Aulenbach (BVO) warb für die „wandelnden Notrufsäulen, die uns als Gemeinde nichts kosten und einfach da sind. Wir sollten diese Chance nicht vertun."


Helfer gesucht

Wer Interesse hat, bei der Sicherheitswacht mitzuarbeiten und durch Ottobrunn Streife zu laufen, kann sich dafür bei der Polizei bewerben. Die Frist endet am 30. April. 

Wer Interesse hat, muss folgenden Kriterien erfüllen:

- mindestens 18 und höchsten 60 Jahre 

-durch Zeugnis eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung nachweisen können 

- Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft beweisen und einen gut Ruf besitzen 

- bereit sind, für die Aufgabe im Durchschnitt 15 Stunden monatlich zur Verfügung zu stehen 

- und am Einsatzort oder in der näheren Umgebung wohnen

Alle Infos gibt's unter 

https://www.polizei.bayern.de/schwaben/wir/sicherheitswacht/index.html/307

Janine Tokarski

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