Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

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Setzen sich für Verein und Gemeindeleben ein: (hinten, von links): Oliver Blank (Beisitzer), Julian Schmidt (Schriftführer), Thomas Hergott (Vorsitzender), Michael Neumann (Beisitzer), Florian Kölling (Wasserwart) sowie (vorne, v.l.) David Fischer (Beisitzer), Tobias Pauser (Vize-Vorsitzender) und Sebastian Friedrich (Kassier).

Sie stemmen eigene Projekte

Die Ottobrunner Burschen packen an

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Ottobrunn - Ihr Vereinsheim haben sie in Eigenregie hergerichtet, nun wollen sie eine Garage bauen. Die Ottobrunner Burschen nehmen die Dinge gern selbst in die Hand.

Der Maibaum würde ohne sie nicht stehen, das Sommerfeuer am zweiten Wochenende im Juli auf der Festwiese nicht leuchten. Und auch das alte Wasserwerk am Ranhazweg, das sich der Burschenverein mit Wassermeister Otto Grabmeier teilt, trägt die Handschrift der jungen, ledigen Männer Ottobrunns. 

„Wir haben viele Gewerke beinand“, sagt Vorsitzender Thomas Hergott, 26, in feinstem Dialekt. „Hier san die Richtigen zam.“ Maurer, Schreiner, Elektriker. Davon „35 echte“ und 30 „Altburschen“. Männer, die mittlerweile verheiratet sind, keine Arbeitseinsätze für den Verein mehr leisten müssen, aber „Mitgliedsbeitrag zahlen dürfen“, sagt Hergott und grinst. Das machen sie alle gern – aus Verbundenheit. Und als Erinnerung an schöne Zeiten. Die bestehen aber nicht nur aus Festen, Ausflügen und Feiern. Körperlicher Einsatz ist Pflicht. 

Als das Vereinsheim abbrannte, waren die Handwerker unter den Burschen gefragt

Als das Vereinsheim im Winter 2009 durch einen technischen Defekt komplett abbrannte, baute es die Gemeinde neu, die Burschen übernahmen die Inneneinrichtung selbst. Vorher war es „ein besserer Schuppen“, sagt Hergott. „Eine Sanierung war nicht mehr zweckmäßig.“ 

Natürlich selbstgemacht: Nicht nur die Theke im Vereinsheim zimmerten die Burschen in Eigenregie zusammen.

Die Handwerker unter den Burschen waren gefragt. Im März 2012 konnten sie ins neue Heim einziehen. Die Schuppen-Zeiten waren vorbei. Entstanden ist auf 70 Quadratmetern ein gemütlicher Treffpunkt im Wirtshaus-Stil mit Holz an den Wänden, einer selbst gebauten Theke, einem großem Tisch und vielen alten Bildern aus den Anfangsjahren des Vereins. Und dort bleiben die Burschen auch. Erst in der letzten Sitzung hat der Hauptausschuss den Mietvertrag fürs Vereinsheim verlängert. Diesmal gleich bis 2022 und nicht mit einer möglichen Kündigung jedes Jahr.

Nun steht das nächste Bauprojekt an 

Nun steht das nächste Bauprojekt am Ranhazweg an: Garagen. Erst hakte es an den Plänen, für diese und weitere Stellplätze alte Bäume zu fällen. Der Bauausschuss war skeptisch. Mittlerweile gebe es eine Lösung – und grünes Licht der Kommunalpolitiker, berichtet Hergott. Die Stellplätze werden gestrichen, entstehen soll nur eine Garage für drei Fahrzeuge. „Die alte Linde kann bleiben“, betont der Vorsitzende, seit 2009 im Amt. Das Landratsamt muss noch zustimmen, doch die Burschen sind optimistisch. Im besten Fall steht die Garage bereits im Herbst. Das Holz dafür holen die Mitglieder selbst aus dem Wald. Der Deal: „Eine großzügige Spende eines Waldbesitzers“, der die Stämme kostenlos zur Verfügung stellt, wenn sich die Burschen diese aus dem Wald holen. Gebaut wird ebenfalls in Eigenregie.

Wichtig ist die Überdachung für die vereinseigenen Fahrzeuge: ein geschenkter Traktor und zwei landwirtschaftliche Anhänger. Maibaum und Holz müssen schließlich transportiert werden. Die Anhänger finanzierten die Männer aus eigenen Mitteln. Spenden, Beiträge und Einnahmen aus Festen machten es möglich.

Die Ottobrunner Burschen haben viele junge Mitglieder

Für das große Feuer auf der Festwiese holen die Mitglieder das Holz ebenfalls selbst aus dem Wald. Diese Arbeit sind sie also gewohnt. Kein Wunder, dass sich Hergott über „einen großen Zulauf junger Mitglieder“ in den vergangenen Jahren freut. Für die Arbeitsdienste, bei denen die Burschen immer samstags im Holz sind, das Vereinsheim und den Garten in Schuss halten, braucht’s kräftige Männer, die zupacken können. Und singen können sollten sie auch. Denn wer ein Bursche werden will, muss erstmal vor versammelter Runde das „Ottobrunner Lied“ anstimmen, das der Sängerkreis eigens für die Burschen komponierte. Und zwar auswendig und ohne Übung. Gescheitert ist bislang noch niemand. Der Verein wächst stetig.

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