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Für ihre beiden Enkel Julius und Leonhard (nicht im Bild) hat Banu Theis-Baydur aus Ottobrunn das Bilderbuch „Auf der Suche nach Piraten“ geschrieben und dazu 22 liebevolle Zeichnungen angefertigt, die bei der Buchvorstellung ausgehängt wurden.

„Treffpunkt Kunst“

Ein Insel-Abenteuer für die Weihnachtszeit

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Ottobrunn – Im Urlaub kommen einem die besten Ideen, heißt es. Genauso war es bei Banu Theis-Baydur (69) aus Ottobrunn. An einem Nachmittag voll Schaffensdrang hat sie die Geschichte ihrer Enkel Julius (3) und Leonhard (4) „auf der Suche nach Piraten“ aufgeschrieben.

Als Kulisse diente eine malerische Bucht auf der Ferieninsel Elba mit Felsenhöhle, Festung und einem Leuchtturm. „Das war mein Blick vom Liegestuhl aus“, erzählt Theis-Baydur bei ihrer Lesung im Ottobrunner „Treffpunkt Kunst“.

Im fertigen Buch – dem zweiten selbst herausgegebenen Kinderbuch der Ottobrunner Künstlerin – ist das Abbild der Bucht eines von 22 liebevollen Illustrationen über das große Ferienabenteuer von Julius und Leonhard. Auf ihrer Suche nach Piraten büxen die beiden Brüder nachts heimlich aus – natürlich nicht, ohne die beiden „tollen Taschenlampen“ mitzunehmen, die ihnen ihre Oma vor der Abreise geschenkt hat.

Doch die Höhle am Strand hält außer „einigen leeren Plastikflaschen, einer zerdrückten Dose und etwas zerknülltem Zeitungspapier“ nichts für die mutigen Ausreißer bereit. Fündig werden die Zwei am Ende aber trotzdem. Auch wenn es kein echter Pirat ist, den sie – mehr sei nicht verraten – schließlich sogar mit heimnehmen dürfen.

Wenn Banu Theis-Baydur nicht malt oder schreibt, verbringen sie und ihr Mann Dietmar viel Zeit mit den Enkeln, das merkt man den dichten Beschreibungen der „Piratenjagd“ an. Sprache und Bilder bestechen durch liebevoll inszenierte, bewusst gewählte Details, an denen sich kleine wie große Leser erfreuen. Genaue Beobachtungen, gepaart mit feinfühligem Witz, machen den Reiz des 48 Seiten starken Buches aus.

„Es hat mir Spaß gemacht, mir zu überlegen, wie sich Julius und Leo wohl unterhalten würden“, erzählt Theis-Baydur bei der Lesung in Ottobrunn. Denn als sie die Geschichte aufgeschrieben hat, war der zweitgeborene Enkel noch weit davon entfernt, geheime Pläne mit seinem großen Bruder zu schmieden. Und selbst dessen hellbraun gekräuselte Haarpracht musste die Oma in kluger Voraussicht entwerfen, denn bei der Entstehung des Buches war der jüngere Enkel noch kahl. „Umso mehr freut es mich, heute zu sehen, dass vieles so eingetroffen ist, wie ich es mir ausgedacht habe.“

Eine besondere Tiefe erhalten die farbenfrohen Bilder von Banu Theis-Baydur durch ein professionell gesetztes Spiel von Licht und Schatten, das Tochter Waleska Defne Leifeld nachträglich über die Illustrationen gelegt hat. Die älteste Tochter Jessica übernahm das Lektorat auf Deutsch, und die jüngste Tochter Laura übersetzte die Geschichte, die Theis-Baydur auf Deutsch und Türkisch aufgeschrieben hat, ins Englische.

Bewährt hat sich dieses Zusammenspiel bereits beim Kinderbuch „Ein Fisch namens Leonhard“, das Theis-Baydur zur Geburt des ersten Enkelsohns geschrieben hat. Eine Fortsetzung wird wohl auch auf das zweite Buch „Julius und Leonhard auf der Suche nach Piraten“ folgen. Derzeit nämlich warten die beiden Brüder aus Ottobrunn auf ihr drittes Geschwisterchen.

„Julius und Leonhard“ auf der Suche nach Piraten (DIN-A4-Format) direkt über Banu Theis-Baydur. Ein Exemplar kostet 16 Euro und wird auf Wunsch auch verschickt (zzgl. Porto 1,50 Euro). Bestellungen nimmt die Autorin per E-Mail an banu.theis-baydur@freenet.de entgegen.

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