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Pietro Scattaglia (22) ist an Blutkrebs erkrankt. 

Mannschaft unterstützt Mitspieler

Eishockeyspieler Pietro kämpft erneut gegen den Krebs - große Registrierungsaktion

  • Laura Forster
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Pietro Scattaglia ist Verteidiger beim ERSC Ottobrunn. Nun ist der 22-Jährige zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt und hofft auf einen passenden Spender. 

Ottobrunn – Seit Pietro Scattaglia sechs Jahre alt ist, schlägt sein Herz für den ERSC Ottobrunn. Seine halbe Jugend hat er auf Schlittschuhen im Eisstadion verbracht. Mit 19 bekam er die erschütternde Diagnose Blutkrebs. Doch sein Team ließ ihn nicht im Stich und der Hohenbrunner kämpfte sich zurück aufs Eis. Nun, drei Jahre später, ist die Krankheit zurückgekehrt und Pietro Scattaglia hofft erneut auf eine passende Stammzellspende. Deshalb organisierten seine Mannschaftskameraden eine Online-Registrierungsaktion, damit der Eishockeyspieler so schnell wie möglich seinen genetischen Zwilling findet.

„Für uns als Verein war es sofort selbstverständlich, dass wir helfen wollen“, sagt Jenny Guggenhuber, Pressesprecherin des ERSC. Schon beim ersten Krankheitsausbruch stand das Team dem heute 22-Jährigen zur Seite. Der Krebs hat nicht nur Pietro Scattaglia aus der Bahn geworfen, auch seine Mitspieler bangte um ihn. „Die erste Diagnose hat schon krass auf die Mannschaft gewirkt“, sagt der Kapitän der ersten Mannschaft, Thomas Huber. „Da hat wirklich Stille und Nachdenklichkeit in der Kabine geherrscht.“

Hohenbrunner erkrankt erneut an Blutkrebs - Mitspieler organisieren Registrierungsaktion

Doch der Hohenbrunner ließ sich nicht unterkriegen. Sein großes Glück war damals die passende Stammzellspende seiner Schwester. Die lange und nervenaufreibende Suche blieb ihm vor drei Jahren erspart. Nur zwölf Monate später stand er mit seiner Mannschaft wieder auf dem Eis. Er spielte zwar noch keine Turniere, doch im Training gab er Hundert Prozent. Auch sein Medizinstudium nahm er laut Pressemitteilung der Dkms wieder auf. Pietro Scattaglia stand wieder mit beiden Beinen im Leben.

Im November 2018 die Schockdiagnose: Leukämie. Doch Julia Gasser aus Grünwald kämpfte, fand einen passenden Stammzellenspender und durfte nun das Krankenhaus verlassen.

Dann der Schock: Der Blutkrebs ist zurück. „Aufgrund von Corona hat uns Pietro die Botschaft über Whatsapp mitgeteilt und gefragt, ob wir auf dem Laufenden gehalten werden wollen“, sagt Thomas Huber. Für Pietro Scattaglias Mitspieler war sofort klar, dass sie ihn auch bei seinem zweiten Kampf gegen die Krankheit begleiten wollen – wenn auch nur mental. Seine Mannschaftskameraden schickten ihm Genesungswünsche und Textnachrichten wie „Du schaffst das auch noch mal Pietro“, um den 22-Jährigen in der schweren Zeit zu unterstützen. „Jeder möchte da irgendwie helfen“, sagt Thomas Huber. Die größte Hilfe für Pietro Scattaglia wäre ein passender Spender, denn seine Schwester kommt für eine weitere Transplantation nicht in Frage. Er kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist, so die Dkms.

Die Nummer 26 des ERSC Ottobrunn: Pietro Scattaglia spielt seit er ein Kind ist Eishockey, seit dem erneuten Ausbruch der Krankheit war er nicht mehr auf dem Eis.

Aufgeben ist für Pietro Scattaglia keine Option

Deshalb haben sich seine Familie und der Eishockeyverein einen Weg überlegt, wie sie Pietro Scattaglia unterstützen können. „Als wir uns mit dem Thema befasst haben, war schnell klar, dass in der momentanen Corona-Situation nur eine Online-Aktion in Frage kommt“, sagt Jenny Guggenhuber. Das Team wünscht sich, dass es mit diesem Aufruf viele Menschen zur Registrierung bewegen kann, damit der Eishockeyspieler den Krebs schnellstmöglich besiegt. Für ihn steht eins jedoch fest: „Aufgeben ist keine Option! Alleine kann ich diesen Kampf jedoch nicht gewinnen.“ Deshalb hofft er auf einen passenden Spender.

Registrierungsaktion für Pietro Scattaglia

Aufgrund der derzeitigen Lage sind nur Online-Registrierungen möglich. Über den Link www.dkms.de/pietro können sich Interessierte ein Registrierungsset bestellen. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung wird ein Wangenschleimhautabstrich vorgenommen und dieser per Post zurück an das DKMS-Labor in Dresden gesendet.

Die Kirchheimer Burschen sind notorische Lebensretter.Vier Mitglieder haben bereits Knochenmark gespendet und so einem Fremden im Kampf gegen Blutkrebs geholfen.

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