Ausgaben von bis zu fünf Millionen Euro

Ferdinand-Leiß-Halle: Generalsanierung oder neues Dach?

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Ottobrunn -  Eine Frage des Geldes: Ein neues Dach oder gleich eine Generalsanierung der ganzen Dreifachturnhalle? Das muss sich die Gemeinde nun überlegen.

Das Dach der Ferdinand-Leiß-Halle muss spätestens im November 2017 saniert, besser aber ausgetauscht werden: Mit dieser Hiobsbotschaft, die die Kommune fünf Millionen Euro kosten könnte, hatte Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) die Gemeinderäte in der Dezember-Sitzung in die Weihnachtsferien entlassen. 

Bei der ersten Sitzung im neuen Jahr bekam der Bauausschuss nun die Details präsentiert. „Im Moment weiß keiner, wo wir stehen“, stellte Christian Stettner vom Ingenieurbüro Zilch und Müller klar. Ingenieure des Büros hatten sich die Halle im Rahmen einer Bestandsuntersuchung genau angesehen. Das Hauptproblem sind die Spannbetonträger, die das Dach tragen. „Und in die kann man nicht reinschauen“, verdeutlichte Stettner. 

Fakt ist: Der verwendete Stahl, der von 1965 bis Ende der 1970er Jahre vielfach eingesetzt wurde, „hat Mängel und ein Gefährdungspotenzial. Es gibt Schadensfälle mit diesem Stahl“, unter anderem an diversen Brücken, berichtete Stettner. Er droht zu brechen. Das Problem: „Typisch ist, dass man das von außen nicht sieht.“ Zeichnet sich ein Riss an einem Träger des Dachs ab, „muss die Halle sofort gesperrt werden“. Denn „dann gibt es keine Sicherheit mehr“. Auch eine mögliche Korrosion im Inneren der Stützen ist nicht sichtbar. 

Der Kiesbelag wurde bereits vom Dach entfernt, um Last zu nehmen. Doch bei massivem Schneefall gilt es, das Dach schnell zu räumen. „Wenn es hart auf hart kommt, steht uns die Feuerwehr zu Diensten“, betonte Werner Müller, Leiter der Bautechnik in der Verwaltung. „Wir haben eine Kooperation und sind gut aufgestellt.“ In diesem Winter war ein Räumen noch nicht nötig. 

Die Minimallösung, das Dach 2017 durch neue Binder zu ertüchtigen, kostet netto 634 000 Euro. Eine Maßnahme, die rund fünf bis zehn Jahre hält – und auch dann wären „ständige Messungen notwendig“, erläuterte Stettner. Untersuchungen, die sicherstellen, dass der Stahl nicht korridiert und zu brechen droht. Denn dieses Projekt würde nur dafür sorgen, dass sich Schäden, die bislang nicht absehbar sind, fortan ankündigen. Mehr nicht. Darum war für Bürgermeister Loderer gleich klar: „Wenn wir 2017 was machen, gehört das Dach erneuert.“ Diese Variante wäre mit rund 763 000 Euro netto nur unwesentlich teurer als eine Sanierung. Und sie zöge keine Folgekosten für weitere Messungen nach sich.

Doch damit wäre die Ferdinand-Leiß-Halle noch lange nicht fit für die Zukunft. Auch der Brandschutz bekommt nur „die Schulnote vier“, erläuterte Ingenieur Stettner. Gefordert sind 30 Minuten Funktionserhalt im Fall eines Brands, was einem Feuerwiderstandsdauer-Wert von F30 entspricht. Das Trapezblech im Dachtragwerk der Halle kommt auf den Wert F0. Darum sind bereits jetzt bei großen Veranstaltungen wie Flohmärkten oder dem Südtiroler Weinfest Brandwachen im Einsatz. Darüber hinaus müssten aber ebenso die Prallwände, und die Decke im Foyer erneuert, Lüftungen, Heizungen und die Elektronik saniert und der Geräteraum erweitert werden. 

Dieses umfangreiche Maßnahmenpaket kostet zusammen mit einem neuen Dach mindestens fünf Millionen Euro – und bedeutet letztlich eine Generalsanierung. Nun sollen weitere Untersuchungen klären, mit welchen Möglichkeiten die Halle auf einen modernen Stand gebracht werden kann. Fakt ist, wie Bürgermeister Loderer verdeutlichte: „Es wird allerhöchste Eisenbahn.“

Janine Tokarski

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