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Eine Whiskyflasche schleudert der Eritreer durch die Scheibe des Notarztwagens. Er trifft die Ärztin voll am Kopf. Schwer verletzt verliert sie das Bewusstsein.

20-Jähriger rastet vor Seniorenheim aus

Nach brutaler Attacke auf Notärztin: In Ottobrunn herrscht Fassungslosigkeit

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Ein betrunkener Flüchtling ist am Freitagabend in Ottobrunn ausgerastet. Einer Notärztin schleuderte er eine volle Whiskyflasche gegen den Kopf und verletzte sie schwer.

Ottobrunn – Als die Ärztin am Freitagabend einem Bewohner des Hanns-Seidel-Hauses zu Hilfe eilen will, ahnt sie nicht, dass sie wenige Minuten später aufgrund ihrer schweren Verletzungen von einem Arzt versorgt werden muss. Zwei First Responder der Ottobrunner Feuerwehr, darunter Kommandant Eduard Klas, kümmerten sich im Altenheim bereits um den Patienten. Als die Notärztin (46) und ein Sanitäter (38) eintrafen und ihren Wagen vor dem Gebäude abstellen wollten, bemerkten sie Merhawi J. aus Eritrea und seinen 17-jährigen äthiopischen Freund. Beide waren alkoholisiert.

Plötzlich schleuderte der 20-Jährige aus rund eineinhalb Metern Entfernung eine volle Whiskyflasche gegen die Scheibe der Beifahrertür des Fahrzeugs. Diese ging zu Bruch – und die Flasche traf mit voller Wucht die Ärztin im Gesicht. Bei dem Angriff wurde sie schwer verletzt. Sie erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und einen Kieferbruch. Mit Schnittwunden im Gesicht und mehreren ausgeschlagenen Zähne wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Der Sanitäter wurde durch umherfliegende Glassplitter am Auge verletzt.

Flaschenwerfender Flüchtling aus Ottobrunn war polizeibekannt

„Wir haben von dem Angriff zuerst gar nichts mitbekommen“, sagt Eduard Klas. Gemeinsam mit einem zweiten Responder und einem Sanitäter hatte er dem Patienten im zweiten Stock des Hanns-Seidel-Hauses versorgt. Dann ging bei Klas plötzlich ein zweiter Notruf ein. Die Polizei und seine Kollegen waren wegen des Angriffs des Eritreers vor dem Altenheim alarmiert worden. „Während der Sanitäter und ich und weiter um den Patienten gekümmert haben, ist der zweite Responder nach unten gelaufen“, sagt Klas. Nach der Attacke fehlte zunächst jede Spur von dem Täter und seinem Freund. Beide waren geflüchtet. Polizisten fassten sie aber bald in der Nähe des Tatorts. Bei ihrer Festnahme leisteten sie Widerstand. Gerüchte, wonach Passanten versucht hätten, die Festnahme zu verhindern, weisen die Beamten als falsch zurück. Laut Polizei sind die Männer sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Der Eritreer ist aufgrund von Körperverletzungsdelikten schon polizeibekannt.

Den Beamten zufolge hatte er bereits wenige Minuten vorher mehrere Frauen angegriffen. Gegen 20 Uhr wollten er und sein Freund in das Ottobrunner Jugendhaus, in dem sie untergebracht sind, verbotenerweise Alkohol mitnehmen. Als die Betreuerinnen ihnen erklärten, dass Alkohol in der Einrichtung nicht erlaubt sei, rastete der 20-Jährige aus. Er schlug mit der Faust auf die Frauen ein und verletzte sie am Kopf. Die Betreuerinnen verständigten die Polizei, derweil machten sich die Jugendlichen aus dem Staub. Auf ihrem Fluchtweg kamen sie zufällig am Hanns-Seidel-Haus vorbei.

Ottobrunns Bürgermeister ist eine Stunde nach der Attacke am Tatort

Rund eine Stunde nach der Flaschenattacke fuhr Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer zu dem Altenheim. Nach einer Chorprobe hatte er bemerkt, dass Eduard Klas ihn auf dem Handy erreichen wollte. „Ich bin sofort zu dem Haus gefahren“, sagt Loderer. Zu der Zeit war die Ärztin schon im Klinikum. Ein Großaufgebot von Rettungskräften scharte sich noch um das Altenheim. Er verurteile die Tat zutiefst, sagt Loderer. „Das ist verabscheuungswürdig. Ich hoffe, dass der Täter bestraft wird.“

Nachdem die Polizisten die Personalien des 17-jährigen Äthiopiers aufgenommen hatten, durfte er nach Hause. Merhawi J. sitzt im Münchner Polizeipräsidium in Untersuchungshaft. 

Am Samstag verurteilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Flaschenwerfer scharf. Er müsse „hart bestraft“ werden, sagte der CSU-Politiker.

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