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Schlicht gehalten: die Zimmer in der Container-Wohnanlage.

Besichtigung der Unterkunft an der Hochackerstraße 

Ottobrunn: 26 Flüchtlinge ziehen in Container

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Ottobrunn - Ein Zimmer auf Zeit: 26 Flüchtlinge ziehen nächste Woche in die Hochackerstraße. Doch die Container sind nur eine Übergangslösung.

„Kommen hier Männer rein?“, fragt eine ältere Frau. Diese Frage hört Kathrin Wischnitzki oft an diesem frühen Abend in Ottobrunn. „Nein, nur Familien“, antwortet sie immer wieder. „Dann sind die meisten Leute beruhigt“, sagt die Mitarbeiterin der Stabsstelle Asyl im Landratsamt. 

Mindestens 100 Ottobrunner sind am Montag in die Hochackerstraße gekommen, um sich die Container-Anlage anzuschauen, in die in der nächsten Woche 26 Flüchtlinge einziehen, die bereits im Landkreis – viele in Traglufthallen – leben. 

„Übergangsweise“, das betonen Landrat Christoph Göbel (CSU) und Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) immer wieder. Bis Ende dieses Jahres hat die Gemeinde dem Landratsamt das Grundstück an der Hochackerstraße 8 vermietet – vorerst. „Wir werden sehen“, schiebt Göbel nach. Und Loderer sagt ganz offen: „Wir haben im Hinterkopf schon an eine Verlängerung gedacht.“ Aber es bleibe eine „Übergangsunterkunft“ . 

Nach Ablauf des Mietvertrags soll auf dem Areal „preisgünstiger Wohnraum“ entstehen“, verspricht der Bürgermeister. Diesen zu schaffen, sei „eine wichtige Verpflichtung“ gegenüber den Bürgern. 

Als „wesentlichen Beitrag“ bezeichnet der Landrat auch die neue Unterkunft. Die Flüchtlinge erwartet dort eine nüchterne, schnörkellose Unterkunft: Gemeinschaftsbäder mit Duschen und WC, zwei Gemeinschaftsküchen mit Herd und Backofen sowie 13 Doppelzimmer mit je 14 Quadratmetern gehen von dem schlauchförmigen Mittelgang ab. Jedes Zimmer ist mit zwei Betten, Spinden für persönliche Habseligkeiten, zwei Stühlen, einem Tisch und Geschirr ausgestattet. Kaffeetassen, Teller, Besteck, drei Töpfe und zwei Pfannen stehen verpackt auf dem Tisch. Auch die blaue Bettwäsche liegt eingeschweißt auf dem Bett. Dazu farblich passende Handtücher. Alles schlicht gehalten. 

Dennoch „recht komfortabel“, meint Besucherin Christa Sowa. „Wir haben auf Strohmatten geschlafen.“ Damals nach dem Krieg. Sie findet es gut, dass die Asylbewerber mitten im Ort untergebracht werden, „Es ist doch viel besser, sie hier zu integrieren als sie irgendwo auf ein Feld am Ortsrand abzuschieben. Hier ist ein viel besserer Kontakt möglich.“

Doch den müssen Flüchtlinge und Ottobrunner gleichsam wollen und suchen. Das wünscht sich Bürgermeister Loderer: Dass „wir aufeinander zugehen und Vorurteile abbauen".

Janine Tokarski

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