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Christa Würzburger bemalt Eier mit den Motiven der Kirchen im Landkreis.

Kunsthandwerkermarkt

Errungenschaften, die das Wohnzimmer aufhübschen

Ottobrunn -  Eigentlich beginnt der Ostermarkt im Wolf-Ferrari-Haus (WFH) um 10 Uhr. Bereits eine halbe Stunde früher belagern Besucher die Aussteller – aus Angst, dass die schönsten Unikate kurz nach Marktbeginn schon vergriffen sein könnten. Das zeigt einmal mehr, wie begehrt der Kunsthandwerkermarkt ist.

Organisatorin Gisela Graßl achtet auf Qualität, Ramsch wird man hier niemals finden. Der Kunde kann sich darauf verlassen, dass er Hochwertiges in den Händen hält. So ist der Markt zum Selbstläufer geworden. Man kennt sich. Man tauscht sich aus. Man fachsimpelt. Man stöbert und verlässt das Haus mit so mancher Errungenschaft, die das Wohnzimmer aufhübscht. Am Stand von Organisatorin Graßl wuseln ununterbrochen Menschen herum, sie suchen das Gespräch mit ihr, winken der Ottobrunnerin zu, gratulieren zu dem wieder einmal gelungenen Markt, erkundigen sich gezielt nach Ausstellern. „Wenn ich 103 bin, komme ich noch her“, ruft Jutta Demmel Graßl zu. Die Dame stellte selbst jahrelang im WFH aus, jetzt hat sie die Perspektive gewechselt und schlendert als Besucherin durch die Gänge. „Die Atmosphäre, die Ideen, das Künstlerische: super!“, schwärmt sie vom Ostermarkt, der auch Österliches mit lokalem Bezug bietet. 

Christa Würzburger bemalt Eier mit Motiven aus dem Landkreis, vor allem Kirchen in Miniatur. So liegen in ihren Nestern Eier mit den Ottobrunner Kirchen St. Otto und St. Magdalena, der Siegertsbrunner Leonhardi-Kirche und der Taufkirchner Kirche St. Johannes. „Beziehungseier“ nennt Würzburger diese Werke. Natürlich bleibt ein Siegertsbrunner stehen, wenn er sein Kirchlein in Osterei-Form sieht. Natürlich freut man sich beim Osterfrühstück, wenn am Osterstrauch die Heimatkirche baumelt. Würzburgers Anspruch ist, die Objekte möglichst naturgetreu aufs Ei zu pinseln. Dazu ist Ortskenntnis nötig. An die jeweiligen Stellen „schicke ich immer meinen Mann zum Fotografieren“. Die weiteste Reise, die eines ihrer Eier unternommen hat, führte nach Neuseeland. Denn Christa Würzburger, die seit 15 Jahren in Ottobrunn ausstellt, nimmt auch Wunsch-Aufträge entgegen. 

Lenka Vasilisinovas Osterprodukte sehen aus wie gehäkelt. Die weißen Muster, die die Münchnerin auf Eier und Hasen aufträgt, haben mit Garn aber nichts zu tun. Sie sind aus einer Zucker-Eiweiß-Masse. „Lebkuchenschätze“ verkauft Vasilisinova, Motive spritzt sie mit einem Beutel auf Lebkuchen. Egal, welchen Stand man unter die Lupe nimmt: Der Gedanke „witzige Idee“ schießt einem meist durch den Kopf, sei es das Asterix-Personal auf dem Palmkätzchen oder der selbstgestrickte Eierwärmer.

Veronika Jordan

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