+
Hinter dem Bauzaun an der Hochackerstraße sollen Flüchtlinge in Containern untergebracht werden.

Ottobrunn plant Unterkunft am Kathi-Weidner-Weg

Holzhäuser für 400 Flüchtlinge

  • schließen

Ottobrunn - 180 sind es derzeit, 400 weitere Flüchtlinge kommen 2016 nach Ottobrunn. Die nächste Unterkunft ist in Planung - aus Holz statt in Containern.

Derzeit leben rund 180 Flüchtlinge in Ottobrunn, viele davon in der Josef-Seliger-Siedlung. Noch. Ein Großteil muss im Januar und Februar ausziehen, wenn dort der zweite Bauabschnitt beginnt. Hinzu kommen aktuell rund 50 unbegleitete Minderjährige, die in Ottobrunn leben.

Die ersten weiteren Flüchtlinge kommen schon sehr bald. In der vergangenen Woche hat das Landratsamt mit der Erschließung des Grundstücks an der Hochackerstraße 8 begonnen. Dort sollen – zunächst befristet bis Ende 2016 – 26 Asylbewerber in Containern untergebracht werden.

 „Wann die Unterkunft bezogen werden kann, hängt in hohem Maße von der Witterung ab. Je nach Frost und Schneefall ist ein Fertigstellungszeitraum zwischen Ende Januar und Ende März denkbar“, nennt Christina Walzner, Pressesprecherin des Landratsamtes, Details. Zwar läuft derzeit noch die Beteiligung der Nachbarn, unter denen sich aufgrund der dichten Bebauung in dem Viertel Widerstand regt. Und auch das endgültige Ja der Baugenehmigungs-Behörde liegt noch nicht vor. Aber „um keine Zeit zu verlieren“ und die 145 Asylsuchenden, die aktuell jede Woche in den Landkreis kommen, möglichst schnell zu verteilen, beginnen die Arbeiten dennoch. 

Derweil laufen auch schon die Planungen für eine weitere Unterkunft: Bis zu 400 Flüchtlinge könnten im nächsten Jahr am Kathi-Weidner-Weg eine Bleibe finden. Und dann nicht in Containern, sondern in einer Siedlung mit Holzhäusern, wie sie bereits in Gräfelfing steht. Die hatte sich Loderer in der vergangenen Woche angeschaut. Der Bürgermeister sieht in dieser Variante einen „enormen Gewinn an Lebensqualität“ für die Bewohner, sagte er in der Gemeinderatssitzung. Und auch der viel befürchteten Ghetto-Bildung trat er entgegen: „Die offene, transparente Bauweise mit Platz-Charakter“ beuge dem vor. Loderer glaubt: „Solche Begleiterscheinung wird es bei uns nicht geben.“ Zudem verwies er auf die umfangreiche sozialpädagogische Betreuung der Flüchtlinge. Vier Vollzeit-Mitarbeiter wären für die 400 Flüchtlinge zuständig. 

Die Pläne für das Projekt am Kathi-Weidner-Weg sind schon konkret: Vier Module mit 13 Häusern, jedes mit Platz für 32 Menschen, sind vorgesehen. „Wenn es läuft, wie es soll, könnten diese im ersten Halbjahr 2016 realisiert werden“, sagt Loderer. Wer dort einziehen wird, ist völlig unklar und liegt im Ermessensspielraum des Landratsamtes, das für die Verteilung der Asylsuchenden zuständig ist. Aber Loderer weiß: „Es geht erstmal darum, die Traglufthallen zu entlasten“. Nach der aktuellen Quote muss Ottobrunn bis zum Jahresende 2016 insgesamt 570 Flüchtlinge aufnehmen. Doch auch diese Zahl kann sich schnell ändern.

nine

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zeugen verraten Promillesünder
Mit 1,8 Promille ist ein Mann aus Sauerlach Auto gefahren. Erwischt wurde der 64-Jährige allerdings nicht am Steuer seines Wagens, sondern daheim.
Zeugen verraten Promillesünder
Das neue Feuerwehrgerätehaus kommt
Die Siegertsbrunner Feuerwehr bekommt ihr neues Gerätehaus. Aller Aufregung der vergangenen Wochen zum Trotz hat sich der Gemeinderat jetzt einstimmig für den Neubau auf …
Das neue Feuerwehrgerätehaus kommt
Unterschleißheim hat jetzt ein Familienzentrum
Passend zum Weiberfasching haben Buben und Mädchen des Kinderparks Unterschleißheim mit Unterstützung von Nicole Eberle singend, tanzend und in Faschingskostümen das …
Unterschleißheim hat jetzt ein Familienzentrum
Das Ismaninger Kraut verschwindet
Einst vom Freisinger Bischof eingefordert, droht das Ismaninger Kraut heute zu verschwinden. Die letzten Kraut-Bauern kämpfen nun für seinen Erhalt. Die „Arche des …
Das Ismaninger Kraut verschwindet

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion