Gemeinde Ottobrunn hebt Gebühren an

Kinderbetreuung wird teurer

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Ottobrunn – Von rund 3,7 Millionen Euro 2011 auf 7,8 Millionen Euro in diesem Jahr sind die Betreuungskosten gestiegen. Das müssen die Eltern nun mittragen.

Diese Entwicklung müssen die Eltern mittragen. Der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstagabend beschlossen, die Gebühren für die Kita in zwei Stufen anzuheben. Teurer wird die Betreuung ab September. Wer seinen Nachwuchs für vier bis fünf Stunden pro Tag betreuen lässt, zahlt aktuell 140 Euro im Monat, ab September 155 Euro und ab September 2019 dann 162 Euro. Die gleichen Preise gelten für den Hort. Bei sieben bis acht Stunden Betreuung im Kindergarten sind derzeit 175, ab September 200 und ab 2019 dann 210 Euro fällig.

Hinter der Erhöhung stecken „im Kern zwei Ziele“, verdeutlichte Hauptamtsleiter Wolfgang Walter in der Sitzung. „Eine Vollbelegung zu schaffen und die Öffnungszeiten zu verlängern.“ Letzteres ist ein großer Wunsch vieler Eltern, wie eine Umfrage der Gemeinde unter den Ottobrunner Familien gezeigt hatte (wir berichteten). Damit aber alle Kinder, für die es einen Platz in den Einrichtungen der Gemeinde gibt, auch betreut werden können, „müssen wir genügend Personal immer vorrätig haben“, verdeutlichte Walter.

Kein leichtes Unterfangen. Denn qualifiziertes Personal für die Kinderbetreuung ist knapp, viele Erzieher schrecken die hohen Mieten und Lebenshaltungskosten in der Region München ab. Ein Problem, mit dem viele Landkreis-Gemeinden zu kämpfen haben. Viele Kommunen zahlen daher eine Arbeitsmarktzulage, die eine Beschäftigung im Landkreis München wieder attraktiver machen soll. Zudem bieten sie günstigen Wohnraum speziell für Kinderpfleger und Erzieher an. Auch Ottobrunn setzt auf diese beiden Mittel.

Ein Kampf, den die Eltern finanziell mittragen müssen. Die Kita-Gebühren wurden bereits schon einmal im September 2015 erhöht, um die Arbeitsmarktzulage gewähren zu können. Die ersten neun Monate im Jahr 2015 hatte die Gemeinde die Familien entlastet und die Zulage aus eigenen Mitteln gestemmt. Dann zahlten die Eltern. Aber „alle weiteren Personalkostensteigerungen, die Verbesserung der Personalausstattung sowie neue Angebote finanzierte die Gemeinde“, sagte Walter. „Hinzu kommen Ausgaben für die Deckung von Defiziten, die vielfach in der Höhe nicht vorhersehbar sind.“

Diesen Argumenten folgte der Ausschuss und segnete die Gebührenerhöhung einstimmig ab. Doch SPD-Fraktionsvorsitzende Ruth Markwart-Kunas warnte vor falschen Rückschlüssen: „Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass die Defizite durch die Anhebung geringer werden.“ Die Kosten würden weiter steigen. CSU-Fraktionschef Georg Weigert sprach für viele, als er sagte: „Wir müssen nun diesem wirtschaftlichen Druck nachgeben.“

Doch nicht nur den sollen die Eltern spüren, sondern auch von den Mehrausgaben profitieren: durch längere Öffnungszeiten in den Kitas und, wenn es der Arbeitsmarkt zulässt, die Gewissheit, dass jedes Kind einen Betreuungsplatz bekommt.

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