Stolze Studentin: Laura Theis hat ihr erstes Ziel erreicht.

Auszeichnung

Ottobrunn: Laura Theis in Oxford ausgezeichnet

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Laura Theis aus Ottobrunn hat jetzt einen ungewöhnlichen Karrieresprung gemeistert. Die 32-Jährige wurde zum Studiengang Creative Writing in Oxford zugelassen und gewann auch noch den Preis für die jahrgangsbeste Arbeit.

-Welchen Preis haben Sie genau gewonnen?

Kurz vor Weihnachten wurde es offiziell, dass ich den „A.M. Heath Prize“ gewonnen habe. Er wird von einer der renommiertesten Literaturagenturen Londons vergeben, pro Jahrgang einmal an den besten Absolventen des Studiengangs in Creative Writing an der Oxford University.

-Worum geht es in der preisgekrönten Story?

Es ist eine Kurzgeschichtensammlung namens „The Cinema of Dreams“. Sie besteht aus verschiedenen miteinander verbundenen Kurzgeschichten, die alle in eine Rahmenhandlung eingebettet sind. Den Rahmen bildet eine mysteriöse Stimme in der Dunkelheit, die einer Person, die schlaflos im Bett liegt, im Laufe einer Nacht verschiedene Geschichten erzählt. Die Geschichten weben sich um Themen wie Schlaflosigkeit und Träume, um die Wichtigkeit von Schwestern, um verzauberte Vögel, umgedeutete Märchen und Mythen – eine Meerjungfrau im Rollstuhl, ein schlafender Prinz, eine Frau die ein Ei zur Welt bringt, ein Monster, das unter dem Sofa wohnt, und ein Kino, in dem Menschen, die nicht schlafen können, Träume vorgeführt bekommen. Und die meisten Geschichten handeln von verschiedenen Formen der Liebe.

-Was ist schwerer, die Idee zu einer Geschichte oder sie umzusetzen?

Die Umsetzung ist für mich definitiv die härtere Nuss. Ich schreibe nicht so schnell wie ich gerne würde und brauche oft ziemlich lange. Ich fand es gar nicht so leicht, während des Studiums immer direkt zur Deadline fertig zu sein. Ideen und Inspirationen kommen oft als Traumbilder oder ganz unerwartet von Dingen aus meinem Leben, die ich versuche zu verarbeiten. Zum Beispiel habe ich dieses Jahr ein Hundebaby adoptiert und hatte plötzlich lauter Albträume, dass der Kleinen etwas passieren könnte. Daraus wurde in „The Cinema of Dreams“ eine Geschichte über eine Mutter, die unerwartet ein Vogelei zur Welt bringt. Auch meine eigene Schlaflosigkeit habe ich verarbeitet. Ich bin oft nachts noch sehr lange wach, bis zum Sonnenaufgang. Oder ich lasse mich auch gerne von Märchen und Mythen inspirieren und versuche sie neu zu erzählen und in die Rolle von verschiedenen Heldinnen zu schlüpfen, die nichts mit mir persönlich zu tun haben.

-Sie haben ja auch eine besondere Vorliebe zur Musik. Hat Ihnen das Liedtexten geholfen, Prosa zu schreiben?

Ja ich glaube schon, dass das Songwriting mir wahnsinnig hilft. Dadurch habe ich gelernt, in Rollen zu schlüpfen und mit Erzählstimmen zu experimentieren. Da geht es bei mir auch immer um ähnliche Themen. Ich habe zum Beispiel vor einem Jahr ein Album herausgebracht, das „Badass Snow White“ heißt. Da geht es auch viel um Neuerzählungen von Märchen. Oxford ist auch ein toller Ort, um mit anderen zu kooperieren, und ich habe auf meinem Solo-Album unter anderem mit James Bell, Rosie Caldecott und Ditte Elly zusammengearbeitet, die alle aus der Folk-Ecke kommen. Und zusammen mit Matt Bradshaw spiele ich noch in der Indie-Band Robot Swans. Wir kennen uns alle aus dem Catweazle Club in Oxford. Es ist ein toller Ort, um neue Geschichten vorzulesen oder neue Songs auszuprobieren.

-Wie schafft man es, sich als Nicht-Muttersprachler gegen Engländer durchzusetzen, die auf höchstem Niveau schreiben?

Ich glaube, ich habe die Sprache wirklich seit der ersten Englischstunde in der fünften Klasse geliebt. Angefangen auf Englisch zu schreiben habe ich schon als Teenager. Da haben mir die Songtexte von Fiona Apple und Alanis Morisette so gut gefallen, dass ich jedes Wort, das ich nicht verstanden habe, mit dem Wörterbuch übersetzt habe. Und dann war ich so begeistert, dass ich auch angefangen habe, am Klavier meiner Eltern meine ersten eigenen Songs auf Englisch zu schreiben.

-Langsam nimmt die zweite Sprache immer mehr Raum ein?

Englisch für mich immer mehr die Kreativ-Sprache geworden. Ich bin in Ottobrunn aufgewachsen und besuche hier regelmäßig meine Verwandtschaft, aber schwerpunktmäßig wohne ich seit sieben Jahren in England und unterhalte mich auch im Alltag mit meinem Partner jeden Tag auf Englisch und träume nachts auf Englisch.

-Mit welcher Agentur arbeiten Sie zusammen?

Ich treffe mich jetzt das erste Mal mit Literaturagentin Victoria Hobs. Sie arbeitet für „A.M.Heath“, eine der führenden britischen Literaturagenturen. Sie vertritt etablierte zeitgenössische Autoren, aufstrebende Stars und ist für einige der Ikonen des 20. Jahrhunderts zuständig – unter anderem George Orwell.

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