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Opfer und Helfer: Die Familie, der Matthias Klebel (hinten) geholfen hat.

Ottobrunner fährt nach Simbach

Matthias Klebel will Menschen zur Hilfe animieren

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Ottobrunn - Matthias Klebel war in Simbach, um Überschwemmungsopfern zu helfen. Er möchte diese Geschichte erzählen, um Menschen zur Hilfe bei Naturkatastrophen zu motivieren.

Der Hilferuf hat Matthias Klebel am Donnerstagabend erreicht. Das Landratsamt Pfarrkirchen hatte sich seine Nummer besorgt über den Radiosender Bayern3. Klebel, der Landschaftsgärtner, ist nämlich Mitglied des sogenannten Team Bayern, einer losen Gemeinschaft von Menschen, die sich bereit erklären zu helfen, wenn Hilfe notwendig ist. Wir brauchen deinen Lkw, um den Schlamm aus Simbach zu fahren, sagten sie am Telefon. Klebel legte auf. Am liebsten wäre er gleich in der Nacht losgefahren. 

Eine Mauer aus Schlamm: Wie hoch der Schlamm gestanden hat, sieht man an der Hausmauer und den Fenstern des Hauses.

Das Schicksal der Menschen aus Simbach am Inn hat Bayern bewegt. Viele Bewohner des Ortes im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn haben im Zuge der Flutkatastrophe ihr ganzes Hab und Gut verloren. Freiwillige aus dem ganzen Freistaat haben den Überschwemmungsopfern beim Aufräumen geholfen und dabei, zu retten, was noch irgendwie zu retten war. 

Matthias Klebel will kein Held sein

Aufgrund dieser großen kollektiven Hilfsbereitschaft, sollte man diese Geschichte des Helfers Matthias Klebel freilich nicht überbewerten. Klebel will auch gar kein Held sein. „Ich möchte keine Werbung für mich machen“, sagt der 56-Jährige, der für die CSU im Ottobrunner Gemeinderat sitzt. Was er möchte ist, andere Menschen zur Hilfe bei solchen Naturkatastrophen zu motivieren. 

„Wie Beton“: Ein Auto steckt in getrocknetem Schlamm fest.

Klebel ist schließlich dem Hilferuf des Pfarrkirchner Landratsamtes gefolgt. Am Samstag sitzt er sich um kurz nach 6 Uhr in seinen Lkw und fährt los. Von Ottobrunn nach Simbach sind es rund 130 Kilometer. Als er im Überschwemmungsgebiet ankommt, ist er überwältigt, einerseits von der chaotischen Situation, anderseits von dem Zusammenhalt der Menschen. „Das war wie die Apokalypse. Solche Bilder sieht man eigentlich nur im Fernsehen“, sagt er. „Aber alle haben zusammengeholfen. Das hat mir stark imponiert.“ 

60 Tonnen Schlamm - "so hart wie Beton"

Klebel, der Lkw-Fahrer, und ein anderer Helfer, der einen Bagger besitzt, werden einem Mann und seiner Familie zugeteilt. Wie Klebel später erfährt, arbeitet der Mann in Ottobrunn. Wie klein die Welt doch ist. 

Das Haus der Familie ist ringsherum mit einer geschätzt ein Meter hohen Schlamm-Wand zugemauert. Insgesamt zwölf Lkw-Ladungen an Schlamm – das sind rund 60 Tonnen – fährt Klebel raus aus Simbach und kippt sie auf einen extra eingerichteten Abladeplatz an der B12. „Der Schlamm war wie Beton“, sagt Klebel.

Was bleibt ist eine Telefonnummer 

60 Tonnen Schlamm fährt Matthias Klebel mit seinem Lkw an eine Abladestation.

Erst spät am Abend sind sie fertig. Klebel fährt gleich zurück nach Ottobrunn. Um kurz vor Mitternacht fällt er in sein Bett. Dass er nicht einmal den Namen der Familie weiß, lässt den Druck erahnen, unter den Helfer und Überschwemmungsopfer gestanden haben müssen. Einzig ein paar Fotos und eine Telefonnummer ist Klebel als Erinnerung geblieben. Auch die Familie wollte seine Telefonnummer haben, um sich irgendwann einmal für seine Hilfe zu bedanken.

rat

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