Ottobrunn will attraktiver Arbeitgeber bleiben

  • schließen

Die Verantwortlichen im Ottobrunner Rathaus wissen, dass sie um gutes Personal für die Verwaltung kämpfen müssen. Nun können mehr Mitarbeiter in den Genuss eines finanziellen Zuckerls kommen.

Ottobrunn –  „Der Wettbewerb wird immer härter“, verdeutlichte Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) in der Sitzung des Hauptausschusses.Zumal es in direkter Nachbarschaft Kommunen gebe, die die Konkurrenz ankurbeln. In Unterhaching zum Beispiel habe der Gemeinderat zugestimmt, pauschal eine Arbeitsmarktzulage zu gewähren, wenn ein entsprechender Antrag gestellt wird, sagte er. „Wir bewegen uns in diesem Umfeld“, betonte Loderer und appellierte an die Ausschussmitglieder, auch der Ottobrunner Rathausverwaltung mehr Spielraum bei der Gewährung der Arbeitsmarktzulage zu geben.

Mitarbeiter, die im Bereich Kinderbetreuung in den Einrichtungen der KiTa Ottobrunn GmbH tätig sind, erhalten bereits alle eine Arbeitsmarktzulage von 150 Euro für Erzieher und 100 Euro für Kinderpfleger monatlich. Für Mitarbeiter der Rathausverwaltung gibt‘s eine Grenze. Maximal fünf Prozent der Angestellten dürfen nach der Prüfung jedes Einzelfalls eine Zulage bekommen, das entspricht maximal sechs Mitarbeitern.

Nun wollte die Verwaltung grünes Licht vom Gremium, um bei Bedarf mehr Zulagen gewähren zu können – und auf dem angespannten Arbeitsmarkt ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben. Die Fünf-Prozent-Grenze soll aufgehoben werden.

Doch im Ausschuss gab es große Bedenken. Weniger wegen der Gewährung weiterer Zulagen an sich. Vielmehr wollten vor allem die SPD- und Grünen/ÖDP-Vertreter der Verwaltung keinen pauschalen „Freifahrtsschein“ für diese Entscheidung geben, wie Ruth Markwart-Kunas (SPD) betonte. „Nicht, dass ich Ihnen nicht vertraue“, fügte sie an Hauptamtsleiter Wolfgang Walter gewandt hinzu. „Aber wir können dann nicht mehr eingreifen. Es gibt keine Kriterien und Kontrollmöglichkeiten.“ Auch ihr Fraktionskollege Konstantin Diederichs plädierte dafür, jeden einzelnen Antrag für eine Arbeitsmarktzulage im Hauptausschuss beschließen zu lassen. „Ich würde diesen Beschluss verfluchen“, gab der Bürgermeister offen zu. Nämlich in dem Fall, in dem ein Bewerber oder Angestellter die Arbeitsmarktzulage beantragt, aber erst der Ausschuss entscheiden muss – und die Fachkraft möglicherweise in eine andere Kommune wechselt.

Schließlich war es ein Kompromissvorschlag von Hauptamtsleiter Walter, der ihm und der Verwaltung mit ganz knapper Mehrheit (8:6 Stimmen) mehr Handlungsspielraum einbrachte. Er schlug vor, die Fünf-Prozent-Hürde nicht generell aufzuheben, sondern diese auf 15 Prozent und somit 18 Mitarbeiter anzuheben. Zudem verpflichtet sich die Verwaltung, den Ausschuss über jede gewährte Zulage zu informieren.

Gewährt wird diese nicht grundsätzlich. „Sie bleibt die Ausnahme und wird in jedem Fall kritisch geprüft“, betonte Walter. Kriterien sind die Deckung eines Personalmangels sowie die individuelle Bedeutung und Leistung des Mitarbeiters.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Golf-Fahrerin rammt Linienbus
Beim Abbiegen ist eine Golffahrerin aus München mit einem Linieenbus zusammengestoßen.
Golf-Fahrerin rammt Linienbus
Schon wieder: Lkw-Unfall auf der A99
Erneut sind auf der A 99 zwei Sattelzüge aufeinander geprallt. Diesmal in Höhe Kirchheim. An der Unfallstelle bildete sich ein Stau.
Schon wieder: Lkw-Unfall auf der A99
Bootfahren auf der Isar wieder erlaubt
Das Befahren der Isar im Landkreis München ist ab sofort wieder erlaubt.
Bootfahren auf der Isar wieder erlaubt
Das große Bäckersterben - und wie dieser Taufkirchner dagegen kämpft
Immer mehr Bäcker in Deutschland geben ihren Betrieb auf. Konkurrenzdruck und Nachwuchsmangel machen ihnen zu schaffen. Stirbt eines der traditionsreichsten Handwerke …
Das große Bäckersterben - und wie dieser Taufkirchner dagegen kämpft

Kommentare