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In 220 Kilometern Abstand umkreisen die beiden Grace-FO-Satelliten die Erde in einer Höhe von etwa 500 Kilometern. Getestet wurden sie bei IABG in Ottobrunn.

Klimaforschung

Nasa-Satelliten in Ottobrunn getestet

Mit Hilfe von Satelliten sammelt die Nasa Belege für den Klimawandel. 2018 geht ein weiteres Projekt an den Start. Die von Airbus gebauten Satelliten wurden bei IABG in Ottobrunn auf Herz und Nieren getestet.

Ottobrunn – Wo einst Packeis das Bild bestimmte, findet sich heute ein offener Ozean. Fast 3800 Kubikkilometer Eis verschwanden in Grönland seit 2002. Das belegen Satellitenaufnahmen der amerikansichen Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa.

Der Klimawandel ist ein heiß diskutiertes Thema. Durch das Gravitiy Recovery and Climate Experiment (Grace) sammelte die Nasa in den vergangenen 15 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) zahlreiche Daten, die den Klimawandel belegen. Mit der Mission Grace-FO, FO steht für Follow-On, wird dieses Projekt nun fortgeführt und hat die Testphase bei IABG in Ottobrunn bereits hinter sich gebracht.

„Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar“, zitiert Eckard Settelmeyer, Leiter von Airbus Defence und Space in Friedrichshafen, den Autor Antoine de Saint-Exupéry. Er spielt auf die Arbeitsweise Grace-Satelliten an. Sie umkreisen die Erde im Tandem in einer Höhe von etwa 500 Kilometern. Dabei verändert sich ihr Abstand von 220 Kilometern durch Unterschiede im Gravitationsfeld der Erde.

Nach 15 Jahren – angedacht waren fünf Jahre – wurde die Grace-Mission im Oktober beendet. Mit Grace-FO steht der Nachfolger aber bereits in den Startlöchern.

Damit das neue Projekt genauso erfolgreich arbeitet wie der Vorgänger, wurden die beiden etwa 600 Kilogramm schweren Satelliten ein Jahr lang in Ottobrunn einem Härtetest unterzogen. „Sie wurden nach einem vorgegebenem Profil geprüft“, erklärt Uwe Bertram, Projekt-Leiter der Raumfahrtabteilung von IABG: „Wir mussten die Startbedinungen durch Vibrations- und Akkustiktests nachstellen und auch das Verhalten im All simulieren.“ Kräfte von bis zu 320 Kilonewton wirkten auf die Satelliten, sie wurden mit bis zu 130 Dezibel beschallt und großen Temperaturunterschieden ausgesetzt. „Im Inneren des Satelliten darf es nicht zu kalt oder zu warm werden. Eine vorgegebene Temperatur muss im Erdschatten oder bei direkter Sonneneinstrahlung immer im Toleranzbereich von fünf Grad gehalten werden“, sagt Bertram.

Die Testphase ist nun abgeschlossen, die Satelliten sind bereit für den Einsatz. „Die Grace-Projekte sind die einzigen Satelliten, die die Nasa außerhalb der USA bauen ließ“, erklärt Frank Flechtner, Projektleiter des GFZ stolz. Wie wichtig Grace ist, schildert er an mehreren Beispielen: „Wir können die Veränderungen der Eisflächen an den Polen oder auch im Grundwasser genau bestimmen. Durch die leichten Veränderungen im Gravitationsfeld können wir beispielsweise Flutkatastrophen fünf Wochen im Vorfeld vorhersagen. Außerdem haben wir bewiesen, dass sich Erdbeben direkt auf das Gravitationsfeld der Erde auswirken.“

Die Arbeit aufnehmen wird Grace-FO am 21. März 2018. Eine Falcon-9-Rakete bringt die beiden Satelliten von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien in ihre Umlaufbahn von 500 Kilometern. Nach einer Testphase von 90 Tagen werden Daten gesammelt, nach etwa einem halben Jahr liegen erste verwertbare Ergebnisse vor.

Auch bei Grace-FO planen die Beteiligten mit einer Missionszeit von fünf Jahren, In dieser Zeit werden wichtige Daten zum Klimawandel, der Veränderung der Meere und des Grundwassers sowie Auswirkungen von Katastrophen gesammelt.
Sebastian Schuch

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