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Links das heutige Wappen, rechts der Entwurf: Ernst-Ludwig Ibler hat sich mit der Schöpfung des Ottobrunner Wappens in der Geschichte der Gemeinde verewigt.

Ernst-Ludwig Ibler ist tot

Das Ottobrunner Wappen machte ihn unsterblich

Ottobrunn - Er ist der Schöpfer des Ottobrunner Gemeindewappens. Und noch im vergangenen Jahr zum 60. Geburtstag der Gemeinde erhielt er die Bürgermedaille. Jetzt ist Ernst-Ludwig Ibler im Alter von 88 Jahren gestorben.

Das Ortswappen mit der Ottosäule, eingerahmt von zwei Tannen: So kennen die Ottobrunner ihr Wappen. Erfunden hat es Grafiker Ernst-Ludwig Ibler. Im Jahr 1955 reichte er im Rahmen eines Ideenwettbewerbs für die junge Gemeinde sieben Vorschläge ein. Zusammen mit 18 Entwürfen weiterer ortsansässiger Grafiker legte der damalige Bürgermeister Anton Wild die Vorschläge dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv vor. Nur Iblers Skizze fiel bei den Fachleuten nicht durch. Das Urteil: „ein im allgemeinen brauchbarer Entwurf“.

Trotzdem musste Ibler seine Version noch einmal überarbeiten: Die grünen Tannen wurden silber, der Hintergrund blau. Während die Tannen auf die Entstehung Ottobrunns als Rodungsinsel anspielen, verweist die Wappenfarbe auf die bayerischen Landesfarben. So wurde das Motiv am Ende auch vom Hauptstaatsarchiv angenommen. „Das Wappen kommt in gleicher oder ähnlicher Form in der bayerischen Gemeindeheraldik noch nicht vor. Durch die gewählten Symbole kann es die erst kürzlich durch die Herauslösung aus der Gemeinde Unterhaching selbstständig gewordene Gemeinde treffend repräsentieren“, hieß es damals in der Beurteilung. Ernst-Ludwig Ibler selbst war es wichtig, einen modernen Entwurf abzuliefern. Sein Credo war stets: „Ein Wappen sollte dem Stil der Zeit seiner Entstehung angepasst sein.“ Seine damals eingereichten ersten Entwürfe hat Ibler im Jahr 2002 zum Jubiläum „100 Jahre Siedlungsraum Ottobrunn“ dem Otto-König-von-Griechenland-Museum geschenkt.

Ibler ist ein echter Ottobrunner. 1925 waren seine Eltern in die Gemeinde gezogen. Zwei Jahre später kam Ernst-Ludwig Ibler auf die Welt. Er besuchte die Schule in Ottobrunn und studierte anschließend in München an der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker, der späteren „Akademie für das Graphische Gewerbe“. Hier war Ibler laut Gemeinde Schüler von Professor Eduard Ege, einem der führenden Grafiker Deutschlands und Schöpfer des heutigen Bayerischen Staatswappens. Zuletzt arbeitete Ibler als Lithograph im Landesvermessungsamt. Zu seinen Hobbys zählten die Malerei und die Kalligraphie. Auf seinen Bildern verewigte er auch immer wieder Wahrzeichen der Gemeinde.

Im vergangenen Juli, zum 60. Geburtstag der Gemeinde, wurde Ibler die Bürgermedaille verliehen. Jahrzehntelang war er außerdem bei der Freiwillgen Feuerwehr und bei der Johanniter-Unfallhilfe aktiv. Dafür erhielt er die Goldene Ehrennadel. Gestern Nachmittag ist Ernst-Ludwig Ibler auf dem Parkfriedhof in Ottobrunn beerdigt worden. „Die Gemeinde Ottobrunn wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte Bürgermeister Thomas Loderer.

pk

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