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Für Schulen und Bildung gibt Ottobrunn viel Geld aus. Die Generalsanierung des Gymnasiums Ottobrunn kostete den Schulzweckverband mehr als 37 Millionen Euro.

Finanziell stabil, doch Schulden wachsen

Ottobrunn: Schulen gehen ins Geld

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Finanziell geht‘s Ottobrunn recht gut derzeit. Doch die vielen neuen Schulen im Südosten kosten. Ein Ende? Nicht in Sicht. Nun kommt Höhenkirchen ins Gespräch.

Ottobrunn – „Rekordeinnahmen und Rekordausgaben“: So lässt sich der Haushaltsplan 2017 für Ottobrunn zusammenfassen. Zu den rekordverdächtigen Kosten trägt vor allem die Bildung bei, in die Ottobrunn seit mehreren Jahren intensiv investiert. Auch wenn sich diese Schulden nicht im laufenden Kernhaushalt wiederfinden. Tragen und einkalkulieren muss sie die Gemeinde dennoch. 

Allein 21,5 Millionen Euro beträgt Ottobrunns Schuldenanteil im Zweckverband weiterführender Schulen (insgesamt 58,2 Millionen Euro Schulden), der unter anderem das neue Gymnasium Ottobrunn für 37,4 Millionen Euro gebaut hat. Weitere 1,3 Millionen Euro sind es für die Kommune im Schulverband der Carl-Steinmeier-Mittelschule, die gerade in Hohenbrunn entsteht. Tendenz steigend.

Das Gute: „Einen Großteil der Sanierungen und Neubauten haben wir erledigt“, sagte Bürgermeister Thomas Loderer (CSU). Er ist froh, „dass wir schon Schulden abbezahlen und nicht erst machen“. Aber „die tilgungsfreie Zeit ist vorbei“, fügte Kämmerer Malina hinzu. Nun geht’s ans Abbezahlen.

Zudem ist ein Ende des Schulbaus nicht in Sicht. Das Gymnasium Neubiberg wird erweitert, der Schulzweckverband zahlt’s. Loderer ist sich zudem sicher: „Eine Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird schneller am Horizont auftauchen als wir denken.“ Der Bürgermeister geht davon aus, dass „wir sehr bald in die Planung gehen“ für eine weitere Realschule im Südosten des Landkreises. Die Kapazitätsgrenze der Realschule Neubiberg sei längst erreicht. Die Schülerzahl wachse in Richtung 1000. „Das verkraftet diese Schule nicht – weder pädagogisch noch baulich.“ Zudem muss Ottobrunn Geld für weitere Projekte ausgeben.

Für diese bleibt wegen stetig steigender Ausgaben, vor allem für Kreisumlage und Betriebs- und Verwaltungsaufwand, „immer weniger Spielraum“ stellte CSU-Fraktionschef Georg Weigert fest. Trotz einer Finanzkraft, die heuer einen neuen Höchststand erreichen wird, satten Einnahmen und einem „sehr gesunden“ (Malina) Verwaltungshaushalt. Geschätzte neun Millionen Euro an Gewerbesteuer-Einnahmen und 18,5 Millionen Euro Einkommenssteuer tun der Gemeinde gut.

Zumal die Schulden steigen und die Rücklagen drastisch schmelzen. Von über 20 Millionen Euro im Jahr 2013 auf geschätzte 1,1 Millionen heuer. Aber „das ist immer noch ein guter Wert, und wir erhalten einen erheblichen Gegenwert“, betonte Malina. Beispielsweise in Form von neuen Schulen, guten Straßen, einer modernen Wasserversorgung und neuem Wohnraum. 

Und das ohne Neuverschuldung. Seit 2012 hat Ottobrunn keine Kredite mehr aufgenommen. Der Schuldenstand sinkt erstmals seit 2011 wieder unter die Fünf-Millionen-Grenze. Allerdings dürfte es eine kurze Verschnaufpause werden: Schon für 2018 prognostiziert der Kämmerer neue Kreditaufnahmen. Die Schulden könnten bis 2020 wieder auf 17,6 Millionen Euro wachsen.

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