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Seit über 30 Jahren ist der Drogeriemarkt Rossmann in der Ottostraße 63 in Ottobrunn geschäftlich tätig. Ende November zieht er aus. Das Haus soll abgerissen werden. 

Statt Rossmann wohl bald Penny in der Ottostraße

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Grundsätzlich wäre es allen Beteiligten am liebsten, wenn der Drogeriemarkt Rossmann in der Ottostraße bleiben könnte. Am besten mit der gleichen Quadratmeterzahl. Daraus aber wird nichts, wie im Ottobrunner Planungsausschuss deutlich wurde. Ende November des Jahres wird Rossmann voraussichtlich ausziehen. 

OttobrunnDer Eigentümer des Geschäftsgebäudes, Michael Guggenberger, war stellvertretend für seine Familie ins Bürgerhaus gekommen. Er will für die nächste Generation vorsorgen. „Wir denken für die nächsten 50 bis 100 Jahre weiter.“ Er schildert das Vorhaben: Das Gebäude an der Ottostraße 63, in dem sich der Rossmann befindet, soll abgerissen und durch ein neues ersetzt werden. Grund dafür sind Mängel in der Bausubstanz sowie eine nicht ausreichende Dämmung. Außerdem ist das Haus nicht barrierefrei ausgebaut.

Zunächst hatte Rossmann Interesse bekundet, in das neue Haus einzuziehen und dafür eine Verkaufsfläche von mindestens 550 Quadratmeter gefordert. Letztlich entschied sich die Geschäftsführung aber gegen einen Weiterbetrieb, und auch die übrigen Drogerieketten wie Müller oder dm zeigten kein Interesse an der Immobilie. Also war der Eigentümer gezwungen, sich anderweitig umzusehen und stieß auf Penny. Die Verhandlungen sind weit gediehen. Allerdings verlangt die Firma 1000 Quadratmeter Bauraum. Guggenberger: „Bekommt er die nicht, dann war’s das.“

Das neue Geschäfts- und Wohngebäude wird wohl im Erdgeschoss den Lebensmittelmarkt beherbergen, darüber kommen voraussichtlich zehn Wohnungen. Der Eigentümer räumt der Gemeinde vertraglich ein Belegungsrecht ein. 30 Prozent der neu entstehenden Geschossfläche soll demnach vergünstigt vermietet werden, mit einer Laufzeit von 30 Jahren. Die Stellplätze für die Wohnungen kommen in einer Tiefgarage unter.

Um das Vorhaben umsetzen zu können, muss der Bebauungsplan geändert werden. Eine Nachverdichtung von drei auf vier Vollgeschosse ist vorgesehen. Der Bereich wird als Mischgebiet festgesetzt.

Doris Popp (Grüne/ÖDP) machte keinen Hehl daraus, dass sie die Pläne für überzogen hält. Statt 1000 Quadratmeter will sie nur 800 Quadratmeter gestatten. Überdies gebe es schon genug Supermärkte, nebenan den Edeka. Unterstützung erhält sie von ihrer Fraktionskollegin Tanja Campbell, die einen zunehmenden Verkehr prognostiziert und Probleme erkennt, wenn bei der Parkplatzsuche Fußgänger, Radfahrer, Motorradfahrer und der übrige motorisierte Verkehr aufeinandertreffen.

Bauchschmerzen hatten diesbezüglich alle Ausschussmitglieder. Eine ungewöhnliche Lösung des Problems hatte Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) parat. Er ist auch kein Freund der Motorisierung. „Der Individualverkehr muss zurückgedrängt werden, sonst gibt es auf Dauer einen Kollaps“, sagte er aus Überzeugung. Und er malt eine Zukunft, in der die Bürger immer stärker auf Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel umsteigen müssten aufgrund des Siedlungsdrucks. Besser also, so das Rezept des Bürgermeisters, man gewöhnt die Verkehrsteilnehmer gleich daran. Daher sollen zwei Parkplätze vor dem neuen Penny wegfallen und Platz machen für das Abstellen von Fahrrädern zum Einkauf. Ruth Markwart-Kunas (SPD) gibt dafür das beste Beispiel: „Wenn einer mit dem Auto dreimal keinen Parkplatz finde, dann kommt er mit dem Rad.“ Der Ausschuss stimmte mit 12:2 Stimmen für die Änderung des Bebauungsplans.

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