+
Gewerbe statt grüner Flur: Die Gemeinde Taufkirchen will zwischen Ludwig-Bölkow-Campus und A 8 (gelb umrandete Fläche) weitere Firmen ansiedeln.

22 Hektar Fläche an der A8

Ottobrunn wehrt sich gegen Taufkirchner Gewerbegebiet

  • schließen

Die Pläne der Nachbarn aus Taufkirchen passen Ottobrunn gar nicht. 22 Hektar Gewerbe statt grüner Flur versuchen sie mit aller Macht zu verhindern.

Taufkirchen/Ottobrunn – Massiver Widerstand regt sich in Ottobrunn gegen die Pläne für ein Gewerbegebiet in Taufkirchen – direkt vor der Haustür Ottobrunns. „Mit Betonung auf massiv“, wie Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) im Planungsausschuss verdeutlichte, lehnt die Gemeinde die Ansiedlung eines Gewerbegebiets ab, das Taufkirchen zwischen dem Ludwig-Bölkow-Campus und der A 8 plant. Das Votum fiel einstimmig. „Den Widerstand habe ich meinem Kollegen aus Taufkirchen auch schon mündlich mitgeteilt“, ergänzte Loderer.

Denn die 20 Hektar, auf denen sich nach Wunsch Taufkirchens mittelständische Betriebe ansiedeln sollen, sind derzeit Felder und Wiesen in Besitz verschiedener privater Eigentümer. Dieser so genannte Grünzug soll deutlich reduziert werden. Das hatte die Gemeinde Taufkirchen in der ersten Anhörung zur Gesamtfortschreibung des Regionalplans beim Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbands München (RPV) beantragt.

Diesem Wunsch ist der Ausschuss zunächst einmal nachgekommen. In der zweiten Version des Plans, die nun vorliegt, fällt der Grünzug weg. Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) sprach daraufhin von einem „ersten Teilerfolg“.

Nun, in der zweiten Anhörung, wehrt sich Ottobrunn aber vehement gegen diese Pläne. Die Reduzierung des Grünzugs stehe „in einem völligen Widerspruch“ zum Ziel, die Landschaft als Kultur- und Erholungsraum zu erhalten, heißt es aus der Ottobrunner Rathaus-Verwaltung. „Dies ist in keiner Weise zu rechtfertigen und wurde auch nicht ansatzweise begründet.“ Deutliche Worte, für die sich das eine oder andere Ratsmitglied in der Ausschusssitzung bedankte. Ottobrunn fürchtet, dass „die hohe Qualität der Region und damit ein sehr wichtiger Standortfaktor nachhaltig beeinträchtigt“ würde.

Taufkirchens Rathauschef Sander nimmt den Protest „unemotional“ hin. „Das ist eine ganz normale Sache. Ich kann die Ottobrunner sogar verstehen, wenn direkt vor ihrer Haustür etwas geplant wird, von dem sie aber nichts haben.“

Ob die Gemeinde das Gewerbegebiet tatsächlich ausweisen kann, hängt von der Entscheidung mehrerer RPV-Gremien ab. Nur wenn der Grünzug im Regionalplan wegfällt, kann die Kommune überhaupt erst in die Bauleitplanung einsteigen. Doch noch ist die Fortschreibung nicht fix. Der Planungsausschuss und die Verbandsversammlung müssen zustimmen. RPV-Geschäftsführer Christian Breu schätzt, dass es im Juni 2018 soweit sein könnte.

Und er geht davon aus, dass „sich bis dahin nochmal was ändert“ an der aktuellen Version des Plans. Wie das Urteil im Fall Gewerbegebiet aussieht, kann er nicht sagen. Aber grundsätzlich ist ein Ziel der Planfortschreibung insgesamt, „Siedlungspotenzial zu schaffen“, betont der Geschäftsführer. „Und nicht alles so zu lassen, wie es ist“. Also Raum zu schaffen für weitere Bebauung. Speziell das Thema Grünflächen müsse „neu justiert werden“. Doch dass der Grünzug zwischen A8 und Ludwig-Bölkow-Campus nach der ersten Anhörung gestrichen wurde, sei lediglich das Zeichen: „Der Planungsausschuss kann es sich vorstellen.“ So ganz grundsätzlich.

Die Themen Siedlung, Freiräume und Verkehr stehen im Fokus der Fortschreibung des Regionalplans. Deren grundlegendes Ziel ist es, „einheitliche Kriterien, eine Richtschnur für künftige Entscheidungen zu schaffen“, erläutert RPV-Geschäftsführer Breu. Um Einzelfallentscheidungen künftig zu vermeiden. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Polizei sucht Autobesitzer
Kuriose Geschichte, passiert in Aschheim.
Polizei sucht Autobesitzer
Klares Votum für Schulcampus Oberhaching
FOS/BOS und Realschule in Oberhaching, ein Gymnasium in Sauerlach: So will es der Kreisausschuss. Er  richtet einen klaren Appell an Sauerlach.
Klares Votum für Schulcampus Oberhaching
Neue Mitte wird erst im Frühjahr fertig
Nach der Eso jetzt auch Galileo: Probleme beim Bau sorgen dafür, dass der Terminplan platzt.
Neue Mitte wird erst im Frühjahr fertig
Trotz Fahrverbots hinterm Steuer
Bei einer Verkehrskontrolle hat die Polizei einen 25-jährigen Koch aus Rumänien aus dem Verkehr gezogen, der mit seinem BMW unterwegs war, obwohl er bereits in …
Trotz Fahrverbots hinterm Steuer

Kommentare