Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 

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Bauausschuss stimmt zu

Weg für weitere Asylunterkunft frei

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Ottobrunn – Pläne für ein Motel am Haidgraben 7, auf dem Areal hinter dem Autohaus Hagl, in Ottobrunn gibt es schon länger. „Dann hat der Bürgermeister angefragt, ob die Möglichkeit bestehe, dort eine Asylbewerberunterkunft zu realisieren“, erläuterte Harald Richter, Inhaber der Richter Baumanagement aus Haar. Er betreut das Projekt und stellte es am Montagabend dem Bauausschuss vor – und einigen Zuhörern, die seine Ausführungen interessiert verfolgten.

Denn das Thema Asyl ist – wie in vielen Landkreis-Gemeinden – ein sensibles in Ottobrunn. Erst vor wenigen Wochen hatte der Gemeinderat die „Feel-Home“-Siedlung für maximal 320 Flüchtlinge am Kathi-Weidner-Weg abgesegnet. Gegen dieses Projekt hatte es massiven Widerstand unter den Anwohnern gegeben. Die Siedlung und das Vorhaben am Haidgraben liegen Luftlinie nur rund 500 Meter voneinander entfernt. Auch die Traglufthalle in Neubiberg steht in der Nähe. Darum fand Sabine Athen (SPD) diesen geplanten Standort auf dem knapp 1500-Quadratmeter-Areal hinter dem Autohaus Hagl „sehr unglücklich“. Denn selbst wenn die Traglufthalle im Nachbarort im September dieses Jahres abgebaut wird: „Neubiberg plant auch weiter.“ Dass es somit „in einem Radius von zwei Kilometern sehr viele Unterkünfte sind und werden“, ist Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) bewusst. Vor allem rund um den Landschaftspark mit Wohnraum in Neubiberg, Unterhaching und Ottobrunn. Er wünscht sich, dass das Landratsamt nochmals einen „Blick von oben“ auf die Verteilung der Asylbewerber im Landkreis wirft und diese neu plant.

Dreigeschossiges Haus für 78 Flüchtlinge

Doch im konkreten Fall geht er durch den Abbau der Traglufthalle „eher von einer Entspannung aus als von einer Ballung“. Zudem „muss man schauen, wo Platz ist und ein Privatmann etwas anbietet“. Der Investor – und zeitgleich Grundbesitzer – plant ein dreigeschossiges Haus mit einer Grundfläche von 698 Quadratmetern, in dem bis zu 78 Asylbewerber ein Zuhause finden könnten (wir berichteten). Hinzu kommen eine Tiefgarage, Parkplätze, ein Spielplatz, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und ein 1,40 Meter hoher Zaun ums Areal. Kostenpunkt: rund 3,5 Millionen Euro, sagt Projektplaner Richter auf Nachfrage.

Gebäude soll in zehn Jahren zu einem Motel werden

Die Ratsmitglieder segneten den Bauantrag letztlich ab, jedoch gegen die Stimme von Reinhard Pohl (BVO). Ihn stört die Parkplatz-Situation. Vorgesehen sind 16 Stellplätze in einer Tiefgarage sowie zehn oberirdische Stellflächen. Zu wenig, findet der Gemeinderat. „Der Parkdruck ist sehr hoch am Haidgraben.“ Er forderte pro Appartement einen Stellplatz.

Während der Nutzung als Asylunterkunft ist kein Verkehrschaos zu befürchten. Doch nach zehn Jahren soll das Gebäude zu einem Motel mit rund 40 Appartements umgewandelt werden. Darum beinhalten die Pläne überhaupt eine Tiefgarage – und mehr Parkplätze als rechtlich vorgegeben. Denn erforderlich ist nur ein Stellplatz je sechs Betten, erklärte Bauamtsleiter Stefan Buck. Auch sein Hinweis, dass das Motel in zehn Jahren dann „eine neue Baugenehmigung braucht“ und „wir jetzt nicht Stellplätze für eine spätere Nutzung fordern können, um die es in diesem Antrag nicht geht“, ließ Pohl nicht gelten. „Dann ist es zu spät. Wir wissen jetzt, was geplant ist und sollten das jetzt festzurren.“ Auch Richters Einwurf, dass die Parksituation „sehr genau analysiert wurde“ und er nicht glaubt, „dass es zu wenige Stellplätze gibt“, verhallte. Pohl stimmte gegen das Haus. Sollte das Landratsamt als Baugenehmigungs-Behörde Grünes Licht geben, kann der Bau „frühestens Ende Mai“ starten“, sagte Richter. Er rechnet mit einer Bauzeit von 13 Monaten.

Janine Tokarski

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