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Ottobrunner Gemeindewohnungen günstiger als gedacht

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Von: Marc Schreib

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Wenn Sie den Parkettboden sehen. Da möchten Sie gleich drauf frühstücken. Karl Scheinhardt Baugesellschaft München-Land
Wenn Sie den Parkettboden sehen. Da möchten Sie gleich drauf frühstücken. Karl Scheinhardt Baugesellschaft München-Land © Marc OliverSchreib

Auf das Richtfest wurde verzichtet. Dafür haben sich der Bauherr, die Baugesellschaft München-Land, und die Gemeinde Ottobrunn auf eine feierliche Schlüsselübergabe verständigt: Sie betrifft das erste von zwei Wohnhäusern für Gemeindemitarbeiter und finanzschwache Mitbürger.

Ottobrunn - Um den Baukörper in der Gartenstraße herum liegt noch der Schotter. Die Wohnungen werden ab 1. Juli bezogen. Beim Zwillingsbau an der Hochackerstraße muss mit der Fertigstellung noch etwas länger gewartet werden.

Mit dem Prädikat „Klein aber oho“ wollte der neue Geschäftsführer der Baugesellschaft München-Land, Karl Scheinhardt, das Haus nach der Ottobrunner Ortsmitte versehen. Mit dreimal Dreizimmer- und dreimal Vierzimmerwohnungen sei es bei rund 570 Quadratmetern Wohnfläche nicht besonders groß. Aber innen wie außen ein echtes Schmuckstück, das über die allgemeinen Standards teilweise deutlich hinausgehe: „Wenn Sie den Parkettboden sehen. Da möchten Sie gleich drauf frühstücken.“

600 000 Euro weniger als gedacht

Draußen ist es noch nicht so weit, aber wenn die Fassadenbegrünung angebracht sei, dann komme der eigentliche Ausdruck des Gebäudes erst zur Geltung. Auf den Rankgerüst wird laut Scheinhardt eine spezielle Gurkenart hochwachsen, die man allerdings nicht ernten kann.

Besonders erfreulich. Das Gebäude wird keine zusätzlichen Kosten verursachen, sondern sogar weniger, und das in Zeiten von Inflation sowie ständig steigenden Materialkosten in der Baubranche. Bürgermeister Thomas Loderer kramte zur Sicherheit noch einmal in seinen Unterlagen, um sicherzugehen. „Aber ja, so ist es.“ Bei den Vergaben liegt der aktuelle Preis (rund zwei Millionen Euro) rund 600 000 Euro unter dem ursprünglich berechneten.

„Angesichts der Inflationsraten zahlt sich das Haus in den nächsten 30 Jahren also von selbst ab.“

Aufgrund des kommunalen Wohnbauförderprogramms ist es für Ottobrunn noch einladender, in neuen Wohnraum zu investieren. Laut früherer Kostenberechnung waren 3,7 Millionen pro Bau veranschlagt. Die Regierung von Oberbayern hatte einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro zugesagt. Den Rest finanzierte die Gemeinde über ein Darlehen bei einer Zinsfestschreibung über 30 Jahre Laufzeit nahe null Prozent. „Angesichts der Inflationsraten zahlt sich das Haus in den nächsten 30 Jahren also von selbst ab.“ Aber die Anzahl solcher Bauten pro Dekade kann noch gesteigert werden.

Bei der letzten großen Einweihung einer durch die Gemeinde mitfinanzierten Wohnanlage in Ottobrunn fand zur gleichen Zeit der erste G 7 Gipfel auf Schloss Elmau statt, wie Bürgermeister Thomas Loderer mit einem Schuss Humor anmerkte. US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel standen damals im Mittelpunkt. Während der Ottobrunner Baustellenrede flog eine bemerkenswerte Hubschrauberflotte über die Köpfe der Ottobrunner Gesellschaft hinweg. Loderer: „Und ich kann Ihnen sagen. Es waren keine, die man so alltäglich beobachten kann.“ Aktuell versammeln sich die Regierungschefs wieder im bayerischen Schloss, und Loderer gab daher seiner Hoffnung Ausdruck, künftig eine höhere Frequenz bei der Einweihung von Bauprojekten ausweisen zu wollen. Da hätte er nichts dagegen.

Erschwinglichen Wohnraum schaffen

Die Baugesellschaft München-Land habe die Baumaßnahme für die Gemeinde in bewährter Art umgesetzt. Der Bürgermeister kam in seiner Ansprache aus dem Loben gar nicht mehr heraus: „Es ist schön, dass wir als Gemeinde Teil einer so tollen Baugesellschaft sind, die leistungsfähig ist und es schafft, gute und hochwertige Wohnungen zu vernünftigen Preisen hinzustellen.“

Ziel sei es, den Mitbürgern, die sich teuren Wohnraum nicht leisten können und ihn dringend benötigen, einen zur Verfügung zu stellen. „Auch wir als Gemeinde haben neben dem sozialen Aspekt ein Interesse daran, unseren Mitarbeitern günstigen Wohnraum zu verschaffen“, sagte Loderer.

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