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Beschluss des Gemeinderats

Ottobrunner Wasser wird ab Januar teurer

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Ottobrunn – Paradies war einmal: Auch die Ottobrunner, die aus dem Eigenbetrieb der Gemeinde Trinkwasser bekommen, müssen ab Januar deutlich mehr zahlen.

Bislang lebten viele Ottobrunner in komfortablen Verhältnissen – zumindest, was den Wasserpreis angeht. All diejenigen Bürger, die westlich der S-Bahnlinie wohnen, werden vom Eigenbetrieb der Gemeinde versorgt. Zu deutlich günstigeren Konditionen als die Bewohner östlich der Bahnlinie, die Wasser der Stadtwerke München (SWM) konsumieren müssen. 1,53 Euro netto zahlen die Ottobrunner bei den SWM, 0,83 Euro waren es bislang für Wasser des Eigenbetriebs Ottobrunn, das aus Hohenbrunn stammt. Doch auch sie müssen nun mehr zahlen.

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, den Wasserpreis pro Kubikmeter auf 1,15 Euro anzuheben. Dies gilt ab Januar 2016. Die Gründe: die Einstellung von Wassermeister Otto Grabmeier sowie einer Fachkraft für Wasserversorgungstechnik und die damit verbundenen Kosten für die Büroeinrichtung im alten Wasserwerk, für ein Dienstfahrzeug und Folgekosten. Zudem stehen größerere Investitionen beim Ottobrunner Wassernetz an. So wird beispielsweise das frühere EADS-Gelände im Technologie- und Innovationspark (TIP) mit öffentlichen Leitungen erschlossen. 

Gemeinderat Konstantin Diederichs (SPD) wunderte sich über diese Begründung: „Handelt es sich beim TIP-Gelände nicht um Erschließungskosten?“ Die müssten dann nämlich die Nutzer – auf dem TIP-Gelände will das Mikroelektronik- und Sensorik-Unternehmen Asytx einen großzügigen Campus für 200 Mitarbeiter und 100 Wohnungen bauen (wir berichteten) – zahlen und nicht alle Kunden durch eine Gebührenerhöhung. Tina Synde, kaufmännische Werkleiterin, erläuterte: „Das private Netz fällt weg und wir erschließen es öffentlich.“ Öffentliche Leitungen schlagen sich in der Bilanz des Eigenbetriebs nieder, aus der die Wassergebühren berechnet werden. Kommunen müssen beim Wasser kostendeckend – ohne Gewinn und Verlust – wirtschaften. 

Investiert werden muss auch in das Netz an der Finkenstraße. Dort hatte es beim Ausbau schon Probleme mit den Rohren gegeben, kurzzeitig stand den Anwohnern kein Wasser zur Verfügung. Auch nicht dem Luftfahrtunternehmen IABG in der benachbarten Einsteinstraße, wie Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) erläuterte. „Das kann man einem Großunternehmen nicht zumuten, wenn wir sie als Kunden nicht verlieren wollen.“

Janine Tokarski

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