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Das Unternehmensschild von Airbus in Ottobrunn ist weithin zu sehen. Im Inneren der Zentrale wird kräftig abgebaut. 

Luftfahrt

„Wir haben viele Jahre bluten müssen“

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Die schwerpunktmäßige Verlagerung des High-Tech-Konzerns Airbus von Ottobrunn nach Toulouse ist nicht aufzuhalten. Das schlägt sich in einem radikalen Stellenabbau nieder, die in ganz Deutschland, vor allem aber in Ottobrunn stattfinden wird.

„Der Geist der Innovation atmet am Ludwig-Bölkow-Campus aus jeder Pore“ hatte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner vor etwas über einem Jahr bei einem Besuch am High-Tech-Standort ausgerufen. Für den Airbus-Konzern nebenan scheint das zumindest nicht uneingeschränkt zu gelten.

Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) bedauert die Entscheidung: „Mir tun die Mitarbeiter leid, es ist schlimm.“ Gleichzeitig kommt die Nachricht für ihn keineswegs überraschend. „Nur die Bundesregierung kann es sich leisten, zwei Standorte auf Dauer zu unterhalten, ein wirtschaftliches Unternehmen nicht.“

Die jüngste Geschichte des High-Tech-Areals im südlichen Landkreis verlief in der Tat nicht ungetrübt. Schon vor 15 Jahren zog die damalige EADS-Tochter Eurocopter von Ottobrunn nach Donauwörth, und die Mitarbeiter vermuteten bereits zu diesem Zeitpunkt, dass die französische Geschäftsführung der EADS die Produktion ins Nachbarland holen will. „Wir haben viele Jahre bluten müssen“, resümiert Bürgermeister Loderer.

Vor vier Jahren setzte die Geschäftsführung die Befürchtungen um, und die damalige EADS-Konzernzentrale verlegte ihren Sitz ins französische Toulouse. Chef Tom Enders markierte mit seinem abschließenden Fallschirmsprung in den Ottobrunner Headquarter spektakulär einen vorläufigen Endpunkt der Negativberichte nach einer Reihe von Stellenverlagerungen. Loderer: „Allerdings verliefen die Stellenkürzungen immer weniger dramatisch als es zunächst aussah. Ich hoffe, das wird auch diesmal so sein.“

Nach der Schließung der Verteidigungssparte Cassidian in Unterschleißheim wurden 2015 einige Teile des brachliegenden Geländes wiederbelebt. Für den Bürgermeister aus Ottobrunner Sicht ist es die erste erfreuliche Botschaft, weil der Umzug den Ottobrunner Standort stärkte. 80 Prozent der Cassidian-Belegschaft kam in Ottobrunn unter. Die Präsenz des Unternehmens sei dadurch gesichert und gestärkt worden. Loderer glaubt, dass der jetzige Stellenumbau einen Endpunkt markiert, dass der Strukturwandel nicht beginnt, sondern bereits nahezu abgeschlossen ist.

Wie von Airbus in Ottobrunn zu vernehmen ist, soll es hier übrigens keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Betroffen vom Umbau sind demnach die Bereiche Forschung und Zentralverwaltung. 

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