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Nasse Angelegenheit: Wegen eines Gefälles im Boden läuft das Wasser in den Duschen nicht ab.

 30 000 Euro will Ottobrunn nicht alleine zahlen

Pfadfinderhaus: Sanierung muss warten

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Die Duschen im Pfadfinderhaus sind sanierungsbedürftig. Doch alleine will Ottobrunn die Kosten nicht tragen. Denn dort duschen auch Neubiberger.

Ottobrunn – Es liegt sehr nahe an der Gemeindegrenze zu Neubiberg. Doch das „Waldhäusl“ an der Bahnhofstraße gehört zu Ottobrunn. Dort sind die beiden Pfadfinderstämme „Jean Monnet“ aus Neubiberg und „Robin Hood“ aus Ottobrunn daheim. Doch es scheint so, als ob der Stamm „Jean Monnet“ „Neubiberg nur im Namen trägt“, sagte der Ottobrunner Gemeinderat Dietrich Wax (SPD) in der Sitzung des Bauausschusses.

Beide Stämme sind auf Ottobrunner Flur daheim, nutzen ein Grundstück der Gemeinde – und erhalten auch nur Geld von dieser Kommune. Und spätestens, wenn es um Kosten geht, interessiert die Zugehörigkeit auch die Kommunalpolitiker.

Es geht um 30 000 Euro. So viel kostet nach einer ersten Schätzung die Sanierung der Duschbereiche im Vereinsheim der Neubiberger Pfadfinder. Genutzt werden die Duschen von beiden Stämmen, da im Heim der Ottobrunner keine vorhanden sind.

Das Problem: Im Keller des Neubiberger Heims läuft nach dem Duschen das Wasser nicht ordentlich ab, weil „ein unzureichendes Gefälle im Bodenablauf vorhanden ist“, heißt es in der Beschlussvorlage der Bauverwaltung Ottobrunn. Das Wasser verteilt sich bis in den Vorraum und in den Flur. Schimmel sei schon zu sehen und das Holz der Türen quelle auf, da die Feuchtigkeit nicht abzieht.

Klingt dramatisch, ist es aber nicht. Darin waren sich die Mitglieder des Bauausschusses nach einem Vor-Ort-Termin einig. Nicht nur Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) hatte sich „den Zustand schlimmer vorgestellt“. Auch Michael Thaumüller (CSU), selbst in der Baubranche tätig, sah keinen „so gravierenden Mangel und keine Gefahr im Verzug“.

Darum müssen die Pfadfinder nun ein weiteres Jahr auf die Sanierung warten. Das Gremium entschloss sich einstimmig dazu, die Freigabe der 30 000 Euro für die Renovierung zu vertagen – und „mit Neubiberg ernste Gespräche zu führen“, kündigte Loderer an. Das Ziel ist klar: Die Nachbarkommune soll sich an den Ausgaben für die Arbeiten beteiligen. Schließlich geht’s auch um die Belange der Neubiberger Pfadfinder.

Die Finanzierung aber „war schon immer ein Thema zwischen den Gemeinden“, plauderte Loderer aus dem Nähkästchen. Er fand kurz nach seinem Amtsantritt einen regen Schriftverkehr zwischen seiner Vorgängerin Sabine Kudera (SPD) und der damaligen Neubiberger Bürgermeisterin Johanna Rumschöttel (SPD) aus dem Jahr 2006. „Neubiberg hat es damals abgelehnt, sich finanziell zu beteiligen. Es ist nichts passiert außer viel Papier zu verschwenden“, sagte Loderer. „Neubiberg kann sich damit brüsten, einen Pfadfinderstamm zu haben, zahlt aber keinen Cent dafür.“ Darüber will er nun mit seinem Neubiberger Kollegen Günter Heyland (FW.N@U) sprechen und einen neuen Vorstoß wagen.

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