Aktuelle Ermittlungen

Polizei: Todespfleger von Ottobrunn hat wohl noch einen Rentner mehr getötet - Prozessauftakt in München

Der Verdacht steht schon länger im Raum, nachdem der Hilfspfleger in München festgenommen wurde. Jetzt geht die Polizei auch im Mühlheimer Fall von Mord aus.

Update vom 26. November 2016: Gegen den wegen sechsfachen Mordes angeklagten Pflegehelfer hat vor dem Landgericht München der Prozess begonnen. Der aus Polen stammende Grzegorz W. soll als ungelernter Pfleger von Agenturen in Haushalte in ganz Deutschland vermittelt worden sein. Dabei soll er binnen gerade einmal zehn Monaten zwischen April 2017 und Februar 2018 sechs seiner Patienten mit Überdosen Insulin getötet haben. Der Angeklagte ist selbst Diabetiker und verfügte deshalb über das Medikament. Der Angeklagte verweigerte zu Prozessbeginn die Aussage.

Essen/München - Der in München wegen Mordverdachts inhaftierte Hilfspfleger Grzegorz W. ist nach Auffassung der Polizei möglicherweise auch für den Tod eines 91 Jahre alten Rentners aus Mülheim/Ruhr verantwortlich. Das teilten die Beamten am Montag in Essen mit und wollten sich am Nachmittag näher zum Stand der Ermittlungen äußern.

Außerdem hat es in dem Fall wohl Ermittlungspannen in Nordrhein-Westfalen gegeben. Die Polizei in Essen zog deshalb für fünf Polizisten, die an den Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts im Juni vergangenen Jahres beteiligt waren, dienstrechtliche Konsequenzen, wie das Präsidium am Montag mitteilte. Drei Polizisten seien suspendiert worden, zwei weitere Beamte seien innerhalb der Behörde versetzt worden.

Spuren verteilen sich über ganz Deutschland

Der 36 Jahre alte Pfleger aus Polen wird mit zahlreichen ungeklärten Fällen in ganz Deutschland in Verbindung gebracht. Festgenommen wurde der Mann im Februar, nachdem er einen 87-Jährigen in Ottobrunn bei München mit Insulin getötet haben soll.

Ein weiteres Opfer des Todespflegers?

Bei dem Mülheimer Fall geht es nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg um einen demenzkranken 91-Jährigen, bei dem der tatverdächtige Pfleger 2017 gearbeitet hatte. Einen Tag nach Dienstbeginn des Tatverdächtigen kam der 91-Jährige am 25. Mai mit einer starken Unterzuckerung ins Krankenhaus. Am 11. Juli starb er. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hatte das Verfahren im Dezember eingestellt, weil der Aufenthaltsort des Pflegers unbekannt war. Aktuell prüfen die Duisburger, ob bei den Ermittlungen damals schwerwiegende Fehler gemacht wurden.

Lesen Sie auch:  Todespfleger von Ottobrunn - wo er noch überall gearbeitet hat

Und: Todespfleger von Ottobrunn - diese Fälle werden noch überprüft

dpa

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