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Schwimmbad mit neuer Heizstrategie - In Ottobrunn wird es kühler

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Von: Marc Schreib

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Warmwasseraufbereitung im Schwimmbadkeller.
Der Keller im Phönixbad ist voller Schwimmbadtechnik. Neben der Wasseraufbereitung befindet sich hier auch die Übergabestation für Fernwärme sowie die Wärmeregler. © Robert Brouczek

Ab sofort wird es kühler in einigen Becken des Phönixbads in Ottobrunn. Der Schwimmbadbetreiber folgt einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Badewesen, die Beckentemperaturen abzusenken und dadurch Geld und Energie einzusparen.

Landkreis - Eine konkrete Umsetzung dieser Anregung gibt es landkreisweit bislang nur in Ottobrunn. Aber auch andere Bäderbetriebe denken über Einsparpotenziale nach. Ohne den Badespaß zu trüben, genügen bereits minimale Temperaturanpassungen, um merkliche Einsparungen zu erzielen. Nach dieser Überzeugung wird das Phönixbad Ottobrunn die Regler nach unten korrigieren. Die Wassertemperaturen in fast allen Becken des Phönixbades werden um 0,5 Grad bis zwei Grad heruntergeschraubt. Nur im Lehrschwimmbecken „Arielle“ ist der Temperaturunterschied mit 3,5 Grad etwas größer. Aber auch dort erreicht das Wasser laut Betriebsleiter Sebastian Weber mit 31 Grad auch eine Wohlfühltemperatur, die von Kinderärzten fürs Babyschwimmen empfohlen wird.

2000 Kubikliter Wasser

Neben den Whirlpools haben die Kinder-Planschbecken im Freizeitbad und das Solebecken im Sauna-Bereich das wärmste Wasser im Phönix-Bad. Die frischesten Becken sind nach wie vor das Schwimmer- und das Sprungbecken, die künftig auf 27 Grad eingestellt sind. Im Phönix-Bad müssen täglich 5000 Quadratmeter Fläche und über 2000 Kubikliter Wasser beheizt werden. Die neue Temperatureinstellung ist eine der Maßnahmen des Phönix-Bads im Sinne von Klimaschutz und Energieeffizienz. Vor zwei Jahren sind die Schwimmhalle, Saunawelt und Spa im Zuge der Dachsanierung isoliert worden. Weitere Veränderungen oder gar Verzicht auf besonders energieintensive Angebote wie Whirlpools, Rutschen oder Saunen schließt Weber ausdrücklich aus: „Unser Angebot bleibt, wie’s ist, bei nach wie vor angenehmen und wohltuenden Temperaturen.“

Vorteil Fernwärme

Im Unterschleißheimer Aquariush hat man sich auch Gedanken zur Energiefrage gemacht, wie der Fachbereichsleiter des Schwimmbades, Christian Kunz, mitteilt. In Unterschleißheim aber habe man eine spezielle Situation aufgrund des Thermalwasserbetriebes: „Wir sind nicht unmittelbar an Öl und Gas gekoppelt. Die GTU AG in Unterschleißheim liefert die Fernwärme über die Thermalwassergeothermie. Mit der Firma sind wir in Kontakt.“ Denn auch wenn die Versorgung nicht primär an Öl und Gas gekoppelt ist, bringe eine Energieeinsparung immer eine gewisse Effizienz. Die Thermalwasserbecken sind im Winter 34 Grad warm im Außenbereich. „Das Wasser kommt mit 70 Grad an, die überschüssige Energie verwerten wir wieder.“ Im Innenbereich sind es zwischen 28 und 29 Grad im Wasser. Das Aquariush hat innen nur ein Becken und benötigt gerade für Familien mit Kleinkindern eine angenehme Temperatur, wofür die Warmbadetage wie geschaffen sind. Da müsse man aufpassen, nicht auf der einen Seite Energie einzusparen und auf der anderen Seite Kundeneinnahmen zu verlieren.

Stromsparen in Sauna

Christian Kunz kann aber nicht ausschließen, dass sich im Herbst die Lage weiter dramatisch zuspitzt und durch ein europäisches Embargo für Öl und Gas auch Konsequenzen in Unterschleißheim zu spüren sind: „In der Notversorgungskette im Freizeitbereich würden wir zu den ersten gehören, die von der Fernwärme abgeschnitten werden.“

Worüber man im Aquariush aktuell nachdenkt, ist Strom in der Sauna einzusparen. In den Sommermonaten wird möglicherweise das Angebot etwas ausgedünnt. Da ist der Montag als Schließungstag im Gespräch.

Solarenergie möglich

Auch in den Haarer Schwimmbädern bleibt die Wassertemperatur vorerst gleich, sagt Bäderleiter Sante Ciavarella. Aber man überlegt zum Beispiel, ob über kurz oder lang Sonnenkollektoren auf dem Dach einen Teil zur Erwärmung beitragen können. Man sei auf der Suche, aber noch nichts ist spruchreif. Sante Ciavarella arbeitet seit 22 Jahren für die Gemeinde im Bäderbetrieb, vor zwei Jahren hat er die Stelle von Dirk Hager übernommen. Er will gar nicht wissen, wie viele Kosten in Zukunft durch Gas, Strom und Personal noch auf die Haarer Bäder zukommen. Der Druck werde enorm steigen. Aber die gute Nachricht: Das Wasser kommt aus eigenen Brunnen. Bei einem großen Becken mit über zwei Millionen Litern Wasser Befüllung sei das eine enorme Hilfe.

Das Freibad öffnet übrigens am 15. Mai. Im Vergleich zu früheren Jahren ist das zwar etwas spät – normalerweise beginnt der Betrieb schon am 1. Mai. Aber heuer wurde das neu konzipierte Kinderplanschbecken mit Rutsche, Wasserdüsen und Pilz neu gebaut, deshalb die zeitliche Verschiebung. Die moderne Wasseraufbereitung, die neuen Pumpen sind zeitgemäß. Auch hier wird etwas an Energie gespart.

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