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Sein Vater Heinrich S. wurde trotz schwerer Krankheit künstlich am Leben erhalten, findet sein Sohn.

War die Magensonde rechtens?

Sohn klagt gegen Hausarzt – Dementer Vater wurde künstlich ernährt

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Er konnte zuletzt nicht mehr sprechen und stöhnte unter Schmerzen, trotzdem wurde Heinrich S. bis zu seinem Tod zwangsernährt. Sein Sohn findet: Mein Vater musste unnötig lange leiden.

Ottobrunn – „Seine Zukunft war der Tod. Er war steif wie ein Brett, konnte nicht sprechen und stöhnte unter seinen Schmerzen. Dazu kam Inkontinenz. Mein Vater musste unnötig lange leiden“, klagt Heinz S. Der 58-Jährige fordert von einem Arzt aus Ottobrunn (Kreis München) 100 000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz – weil eine Magensonde jahrelang den erlösenden Tod seines an Demenz erkrankten Vaters Heinrich (†82) verhindert haben soll.

Sohn Heinz S. zieht vor Gericht.

Mitte der Neunzigerjahre kam die heimtückische Krankheit – Pflegeheim, künstliche Ernährung ab 2007. Danach kümmerte sich Hausarzt Dr. Rudolf W. um den Rentner, bis zu dessenTod 2011. Er verordnete monatlich die künstliche Ernährung über eine Magensonde. Sohn Heinz S. sagt: „Mein Vater wurde unnötig lange gequält.“ Als Angeklagter vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG) verteidigt der Hausarzt sein Vorgehen: „Die Entfernung der Sonde hätte den sicheren Tod des Patienten bedeutet. Das wäre eine aktive Beendigung des Lebens gewesen.“ Dr. W. meint: „Ich kannte den Willen des Patienten nicht, da hätte ich juristischen Beistand gebraucht.“ Für den Kläger-Anwalt Dr. Wolfgang Putz ist die Sache eindeutig: „Der Mediziner hat gegen die ärztlichen Leitlinien verstoßen. Die einzige Folge der künstlichen Ernährung wäre ein Hinauszögern des Todes gewesen – keine Besserung des Gesundheitszustands.“

Der Prozess wird vor dem OLG neu aufgerollt. In erster Instanz hat das Landgericht die Klage abgewiesen. Ein Behandlungsfehler liegt laut Urteil nicht vor, weil der Arzt die Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt der Lebenserhaltung ergriffen hat, die er nicht eigenmächtig hätte beenden dürfen. Das Landgericht stellte aber auch fest, dass der Arzt sich mit dem Betreuer von Heinrich W. in Verbindung hätte setzen müssen.

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