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Bleibt vorerst unbebaut: Das Landratsamt hat die Errichtung einer Asylunterkunft auf der Fläche des Parkplatzes sowie des Ladenlokals (r.) abgelehnt.  

Pläne für zwei Holzhäuser in Ottobrunn

Umstrittene Asylunterkunft abgelehnt

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An der Zaunkönigstraße 15 werden in Ottobrunn künftig keine Geflüchteten wohnen. Das Landratsamt hat den Plänen des Grundbesitzers eine Absage erteilt. Dieses Projekt hatte für viel Wirbel gesorgt.

Ottobrunn – Großes Aufatmen unter den Bewohnern an der Zaunkönigstraße: Das Landratsamt hat den Bau einer Asylunterkunft auf dem Areal der Hausnummer 15 abgelehnt. Und zwar, weil sich das Projekt nicht an die Regeln hält, die der Bebauungsplan vorgibt. „Die Planung steht im Widerspruch zu den Festsetzungen“, erläutert Landratsamt-Sprecherin Christine Spiegel.

Grundstückseigentümer Felix Eichbauer wollte dort zwei Holzhäuser mit Platz für 56 Geflüchtete errichten. Doch der Bau dieser beiden Häuser hätte „eine Reihe von baurechtlich sehr weitgehenden Befreiungen“ erfordert, sagt Spiegel. Ein Beispiel: „Ein Baukörper wäre völlig außerhalb der festgesetzten überbaubaren Fläche errichtet worden“. Nämlich auf dem Parkplatz. Dort sollte ein Holzhaus entstehen, das zweite direkt nebenan auf der Fläche des verwaisten Ladenlokals. Der Parkplatz ist im Bebauungsplan aber als solcher festgesetzt, eine Bebauung ist dort nicht erlaubt. Auch „der zweite (Baukörper) hätte erhebliche Widersprüche zum Bebauungsplan aufgewiesen“, betont die Pressesprecherin. Letztlich „waren die notwendigen Befreiungen zu umfassend. Nachdem wir den Bauherrn hierüber unterrichtet haben, hat er den Antrag zurückgezogen“.

Eichbauer zeigt sich „doch etwas überrascht“. Schließlich habe es Vorgespräche im Landratsamt gegeben, dabei sei ihm eine grundlegend positive Einstellung zum Vorhaben signalisiert worden. Zumal die Idee für eine Asylunterkunft „nicht von mir allein stammt“. Sie sei in Gesprächen mit den Behörden gemeinsam entstanden. „Man hat einfach keine Planungssicherheit“, sagt er. „Wenn diese Bedenken von Anfang an auf den Tisch gekommen wären, hätte man viel Aufregung vermeiden können.“

Denn die Asylunterkunft ist bereits das zweite Bauvorhaben für dieses Areal, das unter den Anwohnern massiven Widerstand auslöste. Dort sollte ursprünglich ein Mehrfamilienhaus für 18 bis 22 Wohneinheiten entstehen. Die Anwohner wehrten sich, fürchteten Schatten und fehlende Sicht. Der Gemeinderat bat um alternative Pläne.

Dann wurde es still an der Zaunkönigstraße – bis Eichbauer 2015 den Mietern die Stellflächen kündigte und den Parkplatz sperren ließ. Um für ein mögliches Bauvorhaben „kurzfristig handlungsfähig zu sein“, erklärte er damals. Die Wut der Betroffenen war groß. Dann öffnete der Grundbesitzer den Parkplatz 2016 wieder und bot Stellflächen für deutlich höhere Mietpreise an. Als Vermieter mehrere Wohnungen an der Zaunkönigstraße sei ihm aber „schon aus eigenem Interesse sehr daran gelegen, dass dort alles in Ordnung und Frieden abläuft“, betont Felix Eichbauer. Er wolle niemanden ärgern und kann „verstehen, dass die Anwohner glücklich sind“ über die Ablehnung der Asylunterkunft.

„Sehr, sehr glücklich“ ist darüber Gemeinderats-Mitglied Erika Aulenbach (Bürgervereinigung Ottobrunn). Sie hatte die Argumente der Anwohner von Beginn an unterstützt. Die Unterkunft wäre „eine Zumutung für die Bürger“ gewesen, sagt sie. Denn „dort ist es eh schon sehr eng, und dort leben schon sehr viele Kulturen zusammen“. Doch der Gemeinderat segnete die Unterkunft ab. Aulenbach glaubt: Das Vorhaben hätte das Vogelviertel zu einem „Pulverfass“ werden lassen können.

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