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Ab hier soll es weitergehen Richtung Ottobrunn: Ab Neuperlach-Süd soll die U5 verlängert werden. 

 Kreistags berät über aktuelle Planungen

Verlängerung der U5: U-Bahn-Halt nun doch in der Willy-Messerschmitt-Straße

  • vonAndreas Sachse
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Das Projekt zählt zu den wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen im Landkreis: Die Verlängerung der U5. Neuigkeiten zu möglichen Routen und Kosten gab es im jüngsten Kreis-Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur.

Das Projekt zählt zu den wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen im Landkreis: Die Verlängerung der U5 von Neuperlach-Süd zum Technologie- und Innovationspark in Ottobrunn und Taufkirchen.  Das U-Bahn-Projekt bereitet dem TU-Standort im Münchner Süden den Weg zur größten Raumfahrtfakultät Europas. Nicht zuletzt befördert es damit auch das von Ministerpräsident Markus Söder propagierte Raumfahrtprogramm „Bavaria One“. Ganz nebenbei erfüllt die seit Jahren angedachte U5-Verlängerung eines der Kernziele der vom Landkreis ausgerufenen Verkehrs- und Mobilitätswende: Die Strecke würde täglich von bis zu 20 000 Pendlern genutzt, 20 Millionen Auto-Kilometer würden auf die Schiene verlagert. Auf längere Sicht ist angedacht, die U5 bis Brunnthal zu verlängern. Drei Varianten hat der Kreis von einem Münchner und einem Bochumer Büro prüfen lassen: „West-1“, „Mitte-1“ und „Ost-2“. 

Ost-Route schneidet am besten ab

Die im Wesentlichen nebeneinander verlaufenden Routen, teils sogar oberirdisch ab Neubiberg entlang der A8, unter dem Haidgraben hindurch oder dem Zentrum von Ottobrunn, nehmen sich in der Kosten-Nutzen-Analyse nicht viel. Alles in allem aber schneidet die Ost-Route in der Endabrechnung am besten ab. In ihrer neuen Kalkulation gelangen die Planer zu dem Ergebnis, die Endhaltestelle der favorisierten Ost-Route in Taufkirchen südwärts in die Willy-Messerschmitt-Strasse zu verlegen. Bis November 2019 galt die Einsteinstraße als idealer Endpunkt einer verlängerten U5. Einer Haltestelle in der Willy-Messerschmitt Straße trauen die Planer anscheinend ein höheres Fahrgastpotenzial zu. Mit Stationen in Neubiberg, Ottobrunn Mitte und Taufkirchen, Willy-Messerschmitt-Straße, käme die Ost-Variante der neuen U5 damit auf insgesamt drei Haltestellen. 

Verbindung mit Bussen reicht dem Landrat nicht

 Dass Technologiepark (TIP) und Ludwig Bölkow-Campus bisher nur mit Bussen angefahren werden, geht nicht nur Landrat Christoph Göbel (CSU) gegen den Strich. Er sei überzeugt, „dass solch bedeutende Ansiedlungen ein echtes Rückgrat im MVV brauchen.“ Auf dem größtenteils auf Taufkirchner Flur liegendem Technologiepark und dem Campus der TU München sind renommierte wissenschaftliche Einrichtungen, Industrieunternehmen und Start-ups angesiedelt. In der U5-Verlängerung sieht Göbel ein „probates Mittel“, die Erschließung dieses hochwertigen Forschungs- und Technologiestandorts zu optimieren. Busse allein seien für den Zweck nicht ausreichend, sagte Göbel. Nicht durchsetzen können hat sich der für einen Technologie-Standort auf den ersten Blick durchaus reizvolle Vorschlag, die West-Trasse ab Neuperlach-Süd über Neubiberg bis Ottobrunn und Taufkirchen mit U-Bahn und Seilbahn zu bedienen. „Niemand steigt in Neubiberg aus der U-Bahn, um dann da raus zu tingeln“, so Göbel. Nach Angaben der Planer würde der Versuch, U- und Seilbahn zu kombinieren, ohnehin mehr Geld und Fahrzeit kosten. Mit etwa 530 Millionen Euro soll die Verlängerung der U5 für den Kreis zu Buche schlagen. Nach dem bislang gültigen Modus kämen Fördergelder nicht in Frage. Landrat Göbel ist dennoch zuversichtlich, vom Freistaat mit einem derart wichtigen Projekt nicht im Regen stehen gelassen zu werden.

Hoher Nutzen für zahlreiche Pendler

Abgesehen von der Bedeutung des Standorts, hoffen zahllose Pendler auf eine U5-Verlängerung. Dutzende Professoren und wenigstens 4000 Studenten wollen demnächst zum Campus nach Ottobrunn/Taufkirchen chauffiert werden.

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