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Hitze-Horror im Zug: Ottobrunner kollabiert auf der Fahrt - und sucht nun seine Retterinnen

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Von: Sophia Oberhuber

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Der Meridian, ein Nahverkehrs-Zugangebot der zu Transdev gehörigen Bayerischen Oberlandbahn (BOB), fährt über die Gleise der Bahntrasse durch das Inntal zwischen Rosenheim und Kufstein.
Hilfe im Zug: In einem Waggon der BRB, vormals Meridian, leisteten junge Frauen geistesgegenwärtig Erste Hilfe. © Matthias Balk/dpa

Ein Sommertag, Hitze im Zug, plötzlich ein Flimmern vor den Augen: Ein Mann kollabiert. Doch eine Gruppe Frauen hilft ihm. Jetzt sucht er seine Retterinnen.

Ottobrun - Was Patrick von Graeve vergangene Woche erlebt hat, ist der Albtraum vieler. Im Zug verlor er das Bewusstsein. Doch seine Sitznachbarinnen waren sofort zur Stelle. Jetzt macht sich der Ottobrunner auf die Suche nach den ihm unbekannten Helferinnen – um Danke zu sagen.

38-Jähriger kollabiert bei hohen Temperaturen bei im Zug - Frauen-Gruppe eilt zur Hilfe

Von Graeve besuchte an Fronleichnam eine Freundin im Chiemgau. Am frühen Nachmittag setzte sich der 38-Jährige in den Zug zurück nach München. In Prien stieg eine große Gruppe junger Frauen zu. Nur ein paar Minuten nach der Abfahrt in Rosenheim passierte es: „Mir wurde plötzlich lila-schwarz vor den Augen. Ich habe nichts mehr gesehen und furchtbar geschwitzt. Dann bin ich mit dem Kopf auf die Tischplatte geknallt“, erinnert sich der Ottobrunner an den Kollaps.

Wie die Reisegruppe ihm später berichtete, war er etwa eine Minute lang bewusstlos. Die Retterinnen kümmerten sich sofort, holten den Zugführer, organisierten Wasser und suchten im Zug nach einem Arzt. Nach und nach ging es von Graeve besser, am Ostbahnhof stieg er schließlich aus. Die Helferinnen begleiteten ihn dort noch bis zum Taxi. „Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn mir niemand geholfen hätte“, sagt er.

Ottobrunner sucht seine Ersthelfern: „Würde mich wahnsinnig gerne bei den Helferinnen bedanken“

Warum genau der 38-Jährige kollabierte, ist ihm unklar. Er sei gesund und sportlich. Das bestätigte auch ein Arztbesuch. „Wahrscheinlich habe ich einfach zu wenig getrunken. Im Zug war es auch sehr warm, weil die Klimaanlage außer Betrieb war.“ Auf Anfrage bei der Bayerischen Regiobahn (BRB), die die Strecke betreibt, teilt eine Sprecherin mit, dass man den Ausfall von Klimaanlagen sehr bedauere. Diese würden vor dem Sommer systematisch überprüft. Doch heuer gebe es zudem eine Besonderheit: „Wegen des 9-Euro-Tickets steigen mehr Menschen an den Haltestellen zu oder aus.“ Dadurch würden die Türen länger aufbleiben und mehr warme Luft in den Zug strömen.

Eines geht von Graeve seit der Zugfahrt nicht mehr aus dem Kopf: „Ich würde mich einfach wahnsinnig gerne bei den Helferinnen bedanken.“ Der Ottobrunner hat keine Namen, keine Informationen zu den Retterinnen. Sonst hätte er sich selbst auf die Suche begeben.

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Zug fehlgeleitet, Klima-Anlage ausgefallen: Passagiere müssen bei Hitze zwei Stunden lang ausharren

Eine Chaos-Zugfahrt hat auch Angelika Denk-Schittl (65) aus Sendling hinter sich. Sie war mit ihrem Mann im Salzburger Land. Auf der Heimfahrt lief alles schief. „Der Zug hatte eh schon Verspätung.“ Dann kurz vor München der Stopp – „irgendwo im Nirgendwo bei Moosach bliebt der Zug einfach stehen!“ Die Durchsage: Der Zug sei „fehlgeleitet“ worden – der Zugführer warte darauf, in den Hauptbahnhof fahren zu können. „Wir sind fast zwei Stunden gestanden. Es war heiß. Kinder haben geschrien.“ Die Klimaanlage war ausgefallen. „Das Personal war aber top. Sie haben Wasser verteilt, immer wieder kamen nette Durchsagen.“ Als Denk-Schittl endlich ankommt und es auch noch Probleme mit der U4/U5 gibt, reicht es ihr. „Wir sind mit dem Taxi heimgefahren.“

Hinweise: Wer Hinweise zu von Graeves Retterinnen geben kann, wendet sich an die Redaktion unter Tel. 089/530 65 22 oder per E-Mail an lokales@tz-online.de.

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