Ottobrunner gesteht Missbrauch seiner Tochter (14)

Ottobrunn - Weil er seine eigene Tochter sexuell manipuliert und letztendlich sogar mit ihr geschlafen hat, steht ein Ottobrunner vor Gericht.

Charlotte (Name geändert) war ein Papakind. Seit der Trennung ihrer Eltern im Jahr 2003 lebte das Mädchen bei ihrem Vater in Ottobrunn. Auch die Mutter kam regelmäßig dort hin, manchmal sogar für mehrere Wochen. Eine seltene Konstellation, die aber funktionierte, bis Charlotte eine junge Frau wurde und bei ihrem Vater ein sexuelles Interesse weckte. Seit gestern muss sich der 35-Jährige vor dem Landgericht München I verantworten, wegen Missbrauchs und Beischlaf mit Verwandten. Nachts hatte er seine mittlerweile 14-jährige Tochter sexuell manipuliert und als traurigen Höhepunkt mit ihr geschlafen.

Bei einem Telefonat bemerkte die mittlerweile in Magdeburg lebende Mutter, dass etwas nicht stimmte. Irgendwann gab Charlotte alles zu. Die entsetzte Mutter dirigierte mit Hilfe von Verwandten vor Ort das Mädchen aus der Wohnung und raste nach Bayern. Sie zeigte den Kindsvater an. Der räumte vor Gericht alles ein, begründete seine Übergriffe mit extrem übermäßigem Alkohol-Missbrauch. Bis zu zehn Liter Bier plus Wein und Schnäpse will der Mann täglich getrunken haben. Das Gericht mochte diese Angaben kaum glauben, schließlich hatte der 35-Jährige gegenüber der Polizei nicht von solchen Mengen gesprochen. Und auch der Beamte, der den Mann festgenommen hatte, konnte sich weder an körperliche Ausfälle noch an eine Alkoholfahne erinnern.

Die Kindsmutter (33) berichtete als Zeugin und Nebenklägerin über die Zuspitzung der Situation. Sie selber war als 16-Jährige mit dem Angeklagten zusammengekommen. Offenbar sah Charlotte im Laufe der Jahre ihrer Mutter immer ähnlicher. Gestern aber konnte der Mann nicht sagen, was ihn letztendlich zu den sexuellen Übergriffen motiviert hatte. Er kämpfte immer wieder mit den Tränen, insbesondere als seine Ex-Freundin berichtete, dass es der Tochter aktuell recht gut gehe und sie eigentlich beim Prozess erscheinen wollte, um den Vater zu sehen. Als die 33-Jährige berichtete, dass ihr Kind trotz der Geschehnisse immer wieder nach dem Vater gefragt hätte, weinte der Angeklagte leise vor sich hin. „Ich möchte mich bei meiner Tochter entschuldigen“, hatte er zu Beginn der Verhandlung gesagt. „Ich weiß, dass ich das nicht wieder gutmachen kann, aber ich habe gelesen, dass sie in Therapie ist und ich hoffe, der Therapeut kann ihr helfen“, fügte er hinzu. Die Mutter bestätigte die Behandlung. Ob erfolgreich oder nicht, vermochte sie nicht zu sagen. Die begonnene Therapie sei lange unterbrochen worden. „Sie wollte nicht darüber reden, sie wollte alles vergessen“, bemerkte die Mutter. Auf die Frage des Richters, ob sich das Mädchen verändert habe, sagte die Mutter: „Ja, sie ist ein Einzelgänger geworden. Sie hält sich im Hintergrund auf, beäugt die Leute, und sie ist misstrauisch geworden.“ Der Prozess dauert an.

wal

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