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Zuhören macht Spaß, aber auch Zuschauen: Passato Avanti, zu Gast beim Kulturverein Haar.

"Passo Avanti" begeistert Haar

Ausgelassene Spielfreude

Haar - Der Haarer Kulturverein hat mit dem Quartett „Passo Avanti“ Musiker auf die Bühne des Bürgerhauses geholt, die Ihresgleichen suchen. Vor allem wenn es darum geht, Leidenschaft über Musik zu transportieren.

Gleich nach den ersten Tönen wird klar, das wird etwas Besonderes. Unspektakulär betreten Mario Korunic (Violine), Alexander von Hagke (Klarinette), Vladimir Grizelj (Gitarre) und Eugen Bazijan (Cello) die Bühne. Das Stimmen der Instrumente geht fließend in die „Ankunft der Königin von Saba“ über. Nur wenige Minuten später nimmt Korunic die Zuhörer mit auf die Reise zu einem spätsommerlichen Abend nach Ungarn. Die leidenschaftliche Walzermelodie schießt förmlich in die Beine und fordert zum Tanz auf. Die vier Musiker vereinen Spaß, Freude und Leidenschaft, und das Schöne ist, sie leben dies voll und ganz auf der Bühne aus. Die Stücke ihres Repertoires sind bekannt: Tritsch-Tratsch-Polka, Mozarts Fantasie, das Rondo alla Turca, der Radetzky Marsch oder Verdis „Caro Nome“ sowie „La donna è mobile“ sind Klassiker.

Komödiantische Ader

Passo avanti interpretieren sie jedoch ganz neu. Sie verweben die Stilrichtungen, aus dem Straußschen Marsch wird bei den letzten Tönen ein Radetzky-Samba, hier und da sind Glissandi eingebaut, strenge Rhythmen durch Synkopen aufgebrochen. "Passo Avanti" ist nicht Klassik und ist nicht Jazz, das Quartett schafft mit der Symbiose gleichzeitig etwas Neues, das erst in Worte gefasst werden muss. Die vier Musiker streifen Konventionen ab, wenn Verdis Rigoletto in Gibsycombo-Manier daher kommt, Mozarts Rondo alla Turca zu einem köstlichen Dialog zwischen Geige, Querflöte und Cello wird, bei dem auch der Wiener Komponist seine Freude gehabt hätte.

 Alle haben ein abgeschlossenes Musikstudium, spielen in internationalen Ensembles und Orchestern und treten so auch immer wieder mit Klassik- und Jazzgrößen auf. Sie sind in vielen Stilrichtungen beheimatet und bewegen sich mühelos zwischen den Genres. Dabei ist es eine Augenweide, ihnen zuzuschauen. Während der "Passo Avanti" Gründer Alexander von Hagke während des Konzerts seine Instrumente Klarinette, Quer- und Piccoloflöte sowie Bassklarinette wechselt und durch das Programm führt, ist es vor allem Cellist Eugen Bazijan, dessen musikalischer Spieltrieb und komödiantische Ader ins Auge sticht.

 Das Cello unterm Arm wird dann schon mal wie eine Gitarre gespielt, er lässt es auf dem Stachel Pirouetten drehen, bei manchen Passagen möchte man Angst haben,ob die Saiten der Belastung Stand halten. 

Die Chemie stimmt

Zugleich merkt man: Bei den Vieren stimmt die Chemie. Jedes Instrument bekommt seinen Raum. Die ungezügelte Spielfreude, gepaart mit einer unglaublich klanglichen Einheit der Instrumente machen es dem Publikum schwer, die Musiker von der Bühne gehen zu lassen.

Von Sabina Brosch

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