Denkanstoß: Sandra Schwarzmann (l.) und Sylke Würmeling übergeben Bürgermeister Korneder die Unterschriften. fkn

Petition: 700 Grasbrunner fordern mehr Radwege

Grasbrunn - Mit einer Petition an die Gemeinde wollen knapp 700 Grasbrunner Verbesserungen beim Radwegenetz erreichen. Das ist seit rund 15 Jahren Dauerthema im Ort.

Entweder gibt es zwischen den Ortsteilen überhaupt keine oder sie genügen nicht den Ansprüchen. Allerdings sind weder Sandra Schwarzmann und Sylke Würmeling, die Initiatorinnen der Petition, noch Bürgermeister Klaus Korneder sehr zuversichtlich, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Schuld daran sind nicht nur die enormen Kosten, sondern auch die fehlende Bereitschaft einiger Grundstückseigentümer, den dafür erforderlichen Grund an die Gemeinde zu verkaufen.

Die derzeitige Verbindung zwischen Harthausen und Neukeferloh führt über Möschenfeld und dann durch den Wald. Für Sandra Schwarzmann „gerade für Kinder nicht optimal“. Auch die Verbindung zwischen Grasbrunn und Keferloh seit problematisch. Entweder werde entlang der Gemeindeverbindungsstraße gebaut oder durch den Wald. In beiden Fällen müsste die Gemeinde die Kosten vollständig alleine tragen. Außerdem hat der Gemeinderat aus Kostengründen schon vor längerem beschlossen, den Radwegbau mit der Sanierung der Straße zu verbinden und nicht jedes Bauvorhaben für sich anzupacken. Die Radl-Verbindung könnte entlang des bestehenden Weges zwischen Grasbrunn und dem Neukeferloher Friedhof verlaufen. Allerdings wäre eine Verbreiterung des Weges nötig, und das alleine würde laut Bürgermeister Klaus Korneder rund 400 000 Euro kosten. Der Weg hätte für ihn den Vorteil „einige hundert Meter von der Bundesstraße entfernt und nicht so weit im Wald zu verlaufen“.

Die alternative Variante verliefe entlang der Kreisstraße M 25 und müsste vom Landkreis bezahlt werden. Die Gemeindeverwaltung prüft momentan Alternativen zwischen Grasbrunn und Neukeferloh.

Überhaupt keine Lösung sehen die Initiatorinnen für die Verbindung Harthausen- Grasbrunn. Allerdings sehen sie ihre Aufgabe auch nicht darin, selbst Planungen auszuarbeiten. Sie wollen den etwas eingeschlafenen Prozess wieder anstoßen.

Aus Sicht der Gemeindeverwaltung ist die Situation ziemlich verfahren. „Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie viele Gespräch ich schon geführt habe“, sagt Bürgermeister Korneder. Für ihn fallen nicht nur die Grundstückspreise ins Gewicht. Darüber hinaus lägen die Wünsche einiger Grundstückseigentümer und der Gemeinde „zu weit auseinander“. Mehr verraten will er dazu nicht. Manche Grundstückseigentümer seien grundsätzlich zu keinem Verkauf bereit. Und Korneder ist nicht bereit, so drastische Schritte wie ein Enteignungsverfahren anzugehen. „Darüber denke ich noch nicht einmal nach!“ Außerdem gibt er die lange Verfahrensdauer bei Gericht zu bedenken.

Die beiden Initiatorinnen sind realistisch und sehen die Schwierigkeiten durchaus. Fürs erste wollen sie sich noch einmal zusammensetzen und „schauen was geht“, sagt Sandra Schwarzmann. kp

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