Ob der Petrus gerne schnapselt?

- Oberhaching - "Gestern noch auf stolzen Rossen, heute in den Hintern g`schossen." Oder wie es auch so schön heißt: "Der Hochmut kommt vor dem Fall." Das ist das Motiv des neuen Stücks des Trachtenvereins "D`Gleißentaler" Oberhaching, das jetzt in der Grundschule Deisenhofen Premiere feierte.<BR>

In den "Irrlinger Rossg`schichten" von Theo Solleder erlebt der preußische Brauingenieur Dr. Hans Otto Grünling (gespielt von Jörg Kießling) einen schmerzhaften Absturz. Er versucht nämlich (anno 1910), die traditionellen Brauereipferde des Stiegler-Bräus durch fortschrittliche Automobile zu ersetzen. Allerdings hat er dabei seine Rechnung ohne den Fuhrknecht Quirin Berghammer (Max Müller) gemacht. Denn dieser hat zum einen etwas gegen Preußen und zum anderen gegen Reformen. Als dann auch noch die tägliche Freibierration gekürzt werden soll, stiftet er kurzerhand das ganze Dorf zum Protestieren an - auf bayerische Art natürlich, also mit viel Bier und Raufereien. Dass dabei die ganze Brauerei demoliert wird, hat er allerdings so nicht geplant. Und auch nicht, dass ein heftiger Schlag mit einem Maßkrug auf den Hinterkopf dazu führt, dass er vor Ablauf seiner Zeit auf Erden plötzlich im Himmel landet.<P>Dort schaut`s allerdings ganz anders aus, als es der Christ aus der Bibel kennt. Seine alten Spezln, die freche Kellnerin Babette (Bärbel Bruckmeier) und der draufgängerische Alois (Magnus Schelle) haben es zu Hilfsengeln gebracht und führen den hochnäsigen Erzengel Gabriel (Gerhard Kümpfbeck) an der Nase herum. Es wird gewattet, Petrus ist dem Kräuterschnaps äußerst zugetan, und dem lieben Gott fällt den lieben Tag lang nur das Wettern ein.<P>Dabei und beim unerträglichen Manna-Bier hält es Quirin nicht lang aus. Wieder auf der Erde, packt er`s an: Dem betrügerische Grünling muss das Handwerk gelegt werden. Und die Tochter Kuni (Monika Strähuber) muss endgültig zur Raison gebracht werden. Mit Hilfe des Braumeisters Xaver Hefele (Anton Sontheimer) gelingt das auch - und Ende gut, alles gut.<P>Eine gelungene bayerische Komödie, von einem starken Schauspielteam umgesetzt. Zwar hatte das Stück auch einige Schwächen chronologischer und dramaturgischer Art. So tauchen an manchen Stellen Personen auf, die der Logik nach eigentlich nicht dort sein dürften. Jedoch bietet die rasante Parodie auf die himmlischen Zustände und die deutliche Anlehnung an den "Brandner Kasper" einen massiven Angriff auf die Lachmuskeln. Des Weiteren begeistert der Theaterverein seine Zuschauer durch ein tolles Bühnenbild, pfiffige Kostüme und darüber hinaus durch ein sehr facettenreiches Schauspiel. Also gerade für Novemberabende ein durchweg heiterer Zeitvertreib.<P>Ulrike Wiehr<P>Weitere Vorstellungen folgen am Fr./Sa., 17./18., 24./25. November, jeweils um 20 Uhr sowie am So., 26. November, um 19 Uhr.<P>

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