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Der Plan: So sieht die Eingangsperspektive von der Biberger Straße aus.

Gerwerbe

Phicomm plant Hauptsitz in Unterhaching

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Unterhaching- Der Unterhachinger Gemeinderat berät am Mittwoch über Bauantrag des Kommunikationsunternehmens Phicomm Europa-Zentrale mit mehr als 1000 Mitarbeitern.

Mit einem Gesamtvolumen von etwa 85 Millionen Euro entsteht im Gewerbegebiet Nord die Europa-Zentrale des chinesischen Telekommunikationsunternehmens Phicomm. Details über das Vorhaben präsentieren die Architekten und Bauherrenvertreter auf der nächsten Gemeinderatssitzung. Die aktuellen Pläne hatte Wirtschaftsreferent Simon Hötzl erst kurz vor der Sitzung erhalten. „Die Unterlagen werden natürlich der Ladung zum Gemeinderat beigefügt“, verspricht er den Vertretern des Ausschusses. Baubeginn könnte bereits im zweiten Quartal 2017 sein, mit der Fertigstellung rechnet das Unternehmen etwa 18 Monate später. Das Landratsamt habe zugesichert, die Baugenehmigung schnellstmöglich zu prüfen, sagte Hötzl. „Bauvorbereitende Maßnahmen könnten dann noch heuer starten.“ 

Die chinesische Firma Phicomm ist eine neue Marke der Shanghai Feixun Communication, einem High-Tech-Anbieter von Endgeräten für mobile Kommunikation sowie Netzwerklösungen und Systemtechnik. Bereits seit 2012 ist das Unternehmen im Hatrium an der Biberger Straße vertreten. „Allerdings haben wir hier momentan nur zehn Mitarbeiter“, erläutert Franziska Raabs-Gast, Assistentin der Geschäftsleitung. Später wird es im neuen Headquarter Büros für 1000 bis 1200 Beschäftigte geben. „Ein Teil der Räume soll aber an externe Firmen vermietet werden“, sagt die Sprecherin. 34 000 Quadratmeter Geschossfläche beinhaltet das Projekt. Mit der Planung beauftragt ist das renommierte Architekturbüro Gerber Dortmund mit weiteren Niederlassungen in Hamburg, Berlin, Riad und Shanghai. 

Was gab den Ausschlag für Unterhaching? „Der Standort hat eine sehr gute Infrastruktur mit günstiger Gewerbesteuer“, antwortet Raabs-Gast. Leider sei die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt nicht ganz so positiv. Aber auch ihr Chef Jie Lin, Geschäftsführer Phicomm, habe lange Jahre in Unterhaching gewohnt, erzählt die Firmensprecherin. Bereits jetzt lässt sich auf dem Areal an der Biberger Straße Großes ahnen. Gelegen zwischen Hatrium auf der einen und dem Campeon auf der anderen Seite verändert sich hier Unterhachings Gesicht. Gauß-Allee soll die rund 300 Meter lange Erschließungsstraße ins Gewerbegebiet heißen und künftig die Biberger Straße im Osten und die Straße Am Sportpark im Westen verbinden (wir berichteten). Die Bauausschuss-Mitglieder hegten unterschiedliche Meinungen über das Projekt. Noch vor drei Jahren sah die Planung fünf quadratische Gebäude mit Atrien vor. „Mittlerweile hat der Bauwerber mit dem Architektenteam andere Planungsideen“, erläuterte Simon Hötzl. Weg von den Würfeln, eine aufgelockerte Kammstruktur ist jetzt die Devise. Von einem Hauptkörper parallel zur Gauß-Allee erstrecken sich fünf Gebäudeteile wie Finger in Richtung Neubiberg. Begrünte Innenhöfe sollen das Ensemble auflockern. Direkt an der Biberger Straße ist ein kreisrundes Hightech-Rechenzentrum angedacht. Die Planungsänderung begründet Franziska Raabs-Gast: „Der erste Entwurf stammte aus der Zeit der Erstellung des Bebauungsplans für das Grundstück“. Der beauftragte Architekt habe sich nun für die Kammstruktur entschieden. „Vor allem die gemeinsam nutzbare Magistrale bietet den Mitarbeitern einen enormen Mehrwert im Arbeitsalltag“, so die Sprecherin. Gertraud Schubert (Grüne) plagten im Ausschuss Zweifel: „Das sieht aus wie eine chinesische Stadtmauer“, sagte sie skeptisch. 

An den Architekten adressierte sie zudem den Wunsch: „Man sollte im Erdgeschoss durchgehen können wie bei Infineon“. Harald Nottmeyer (SPD) hingegen äußerte Bedenken angesichts der rund 1000 zusätzlichen Arbeitsplätze auf die vorhandene Infrastruktur. Und Florian Riegel (CSU) erkundigte sich nach der zu erwartenden Gewerbesteuer. Da musste Hötzl freilich passen, antwortete dann: „Ich denke schon, dass es uns und der Region etwas bringt.“ Über den eingereichten Bauantrag und die Pläne berät der Gemeinderat bei der Sitzung am Mittwoch, 13. Juli, ab 18 Uhr im Rathaus.

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