Pilotprojekt zur inklusiven Schule

Landkreis - Sie haben Aufmerksamkeitsstörungen und leiden bisweilen sogar an Burn Out oder Depressionen: Im Landkreis gibt es derzeit rund 30 Grundschulkinder, die seelisch erkrankt sind.

Um diesen Kindern zu helfen, will der Landkreis jetzt ein Pilotprojekt fördern: Rund 250 000 Euro sollen in diesem Jahr in die Umsetzung des Konzepts „Integrationshelfer in der inklusiven Schule“ fließen. Für die Jahre 2014 und 2015 sind sogar Zuschüsse in Höhe von rund 503 000 Euro geplant.

Nach einem einstimmigen Votum des Jugendhilfeausschusses (JHA) des Kreistags bekommt den Zuschlag die Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kreisverband München-Land. Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD) sprach von einem richtungsweisenden Beschluss: „Das ist der Start zum inklusiven Landkreis“, freute sie sich. Der Begriff „Inklusion“ bezeichnet die völlige und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben. Um die betroffenen Kinder im Landkreis sollen sich jetzt 20 auf Teilzeitbasis arbeitende „Integrationshelfer“ wie Erzieher oder Pädagogen mit Ausbildungsschwerpunkt im Grundschulbereich kümmern.

Dem Beschluss voraus ging eine breite Diskussion über die genauen Zielsetzungen des von der AWO in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt entwickelten Konzepts. Einigen waren die Inhalte nicht konkret genug. So bemängelte Kreisrätin Ulrike Beck (CSU) aus Sauerlach, dass der Begriff „Inklusion“ im Entwurf „zu kurz gesprungen“ sei. Er dürfe nicht, wie dort erwähnt, auf das „Lernen im Klassenzimmer“ verkürzt werden, sondern müsse vielmehr die Teilnahme an der ganzen Schulgemeinde beinhalten. Brigitte Huber (Grüne) aus Unterschleißheim will die Rolle der Eltern stärker gewichten: Sie dürften nicht zu „Ja- oder Nein-Sagern“ degradiert, sondern müssten vielmehr in die Arbeit einbezogen werden.

Der Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands, Michael Wüstendörfer, verwies bei diesen und anderen Ungenauigkeiten auf den „Modellcharakter“ des Projekts: „Das ist ein Konzept, das sich entwickelt.“ Er bitte um Verständnis, wenn einiges noch ergänzt werden müsse: „Wir sind hier absolute Vorreiter.“

Rafael Sala

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