Pionier der Computertechnologie

- Als einen der "Pioniere der Computertechnologie in Deutschland" würdigte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber den Physiker Professor Heinz Billing. Gemeinsam mit acht weiteren Persönlichkeiten nahm der Garchinger gestern in der Staatskanzlei den Maximiliansorden entgegen, die höchste Auszeichnung des Freistaats für außergewöhnliche Leistungen in Kunst und Wissenschaft.<BR>

"In einer Zeit, in der nur sehr wenige Visionäre die ungeheuren Möglichkeiten der Computertechnologie voraussahen, hat Billing die Grundlagen- und Anwendungsforschung mit großem Einsatz vorangetrieben", sagte Stoiber in seiner Laudatio. "Dabei hat er früh über den deutschen und europäischen Tellerrand hinausgeblickt und Erkenntnisse aus seinen Forschungsaufenthalten in Australien und USA zum Nutzen der heimischen Wissenschaft und Wirtschaft genutzt", fuhr der Ministerpräsident fort. Heinz Billing hatte in den frühen 50er-Jahren den Trommelspeicher erfunden und damit den Grundstein für die Entwicklung der ersten elektronischen Rechenmaschine gelegt. Später forschte der Physiker am Max-Planck-Institut und lehrte an der Universität Erlangen.

Mit der Auszeichnung reiht sich Heinz Billing in eine illustre Reihe von Ordensträgern ein. Im Bereich Wissenschaften nahmen den Maximiliansorden bereits der Mathematiker Carl F. Gauß, der Historiker Golo Mann, der Theologe Eugen Biser und der Garchinger Nobelpreisträger Theodor Hänsch entgegen. Für ihr künstlerisches Schaffen wurde er unter anderem an Märchenautor Jacob Grimm, Schauspieler Heinz Rühmann und Intendant August Everding verliehen.

Heuer wurden neben Billing folgende Personen mit dem Maximiliansorden ausgezeichnet: Der Rechtswissenschaftler Claus-Wilhelm Canaris, der Philosoph Dieter Henrich, der Virologe Volker ter Meulen, die Chemikerin Maria-Elisabeth Michel-Beyerle, der Ingenieur Dieter Seitzer, die Schauspielerin Cornelia Froboess, Kammersänger Kurt Moll und der Bühnen- und Kostümbildner Jürgen Rose.

Maximiliansorden GTEXT=Ein blau emailliertes, gotisches Kreuz an blau-weißem Band, das ist der Bayerische Maximiliansorden.

König Maximilian II. stiftete den Orden im Jahr 1853 als Anerkennung für außergewöhnliche Leistungen in Wissenschaft und Kunst. Erster Ordensträger war der große Naturforscher Alexander von Humboldt. Zwischen 1932 und 1980 wurde die Auszeichnung nicht vergeben, erst Ministerpräsident Franz Josef Strauß erweckte die Tradition wieder zum Leben. Der Maximiliansorden wird alle zwei Jahre verliehen. Bisher haben 167 Persönlichkeiten den Orden erhalten, es dürfen ihn aber lediglich 100 lebende Persönlichkeiten tragen.ar

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