In der "Pionierzeit" Defizit unvermeidlich

- Hilger beruhigt wegen Collegium 2000

Kirchheim (agm) - Gemessen an den Anträgen, war bei der Kirchheimer Bürgerversammlung nichts los. Und doch: Fast zwei Stunden lang meldete sich munter eine Vielzahl von Bürgern zu Wort. Das umfasste Verkehr, Ortsverschönerung, wie auch Eigentümerwege, Collegium 2000 oder auch das Ortszentrum (Bericht folgt).

Christian Eichhorn fragte nach der von so vielen Jugendlichen ersehnten Skateranlage. Da hat die Gemeinde endlich ihr Ja-Wort gegeben, in Absprache mit der Autobahndirektion und Landratsamt auch die Planung an der geplanten Südostrampe der Autobahn-Anschlussstelle Kirchheim genehmigt bekommen. Jetzt ist aber wieder alles in Frage gestellt, weil auf aktuellen Plänen die geplante Ausfahrtrampe plötzlich mit dem Skater-Areal zusammenstößt. Bürgermeister Heinz Hilger beruhigte: "Wir haben eine Baugenehmigung und gehen davon aus, dass diese umgesetzt wird. Wenn Veränderungen notwendig sind, muss das Straßenbauamt für die entstehenden Kosten aufkommen."

Günter Wiching hakt wegen Kosten nach

Sybille Bog-Niestroj sorgt sich um den Lärmschutz. Sie verwies darauf, dass die neu errichtete Lärmschutzwand den Autobahnlärm vermehrt in den Ort transportiere. "Das ist klar: Der beste Lärmschutz ist hinter der Lärmschutzeinrichtung", erklärte Hilger dazu. Ob Flüsterasphalt, Lärmschutzwanderhöhung, Mitzahlung durch die Autobahndirektion, die Gemeinde führe unentwegt Gespräche mit den entsprechend Stellen, bleibe "mit Sicherheit dran".

Günter Wieching zeigte sich schockiert über die in Zeitungen veröffentlichten Defizitzahlen des Collegium 2000. Wenn der jährliche Zuschussbedarf tatsächlich bei 700 000 Euro liege, sei dies in seinen Augen ein sehr fragwürdiger Einsatz von Steuergeldern. Hinzu kämen ja auch noch die Probleme mit dem Bau selbst, wie er lesen konnte. "Sie werden als Gemeinde auch nicht ein Hallenbad decken können. Man muss sozialen Einrichtungen Zeit geben", sagt Hilger. Er sprach von "Pionierzeit" und "Anfangsphase einer nicht gängigen Einrichtung". Es wäre immer klar gewesen, dass es zwei bis drei Jahre brauche, "bis man wirklich werten kann, ob es dauerhaft eine Einrichtung ist, die läuft". Auf jeden Fall sei das Collegium zu 100 Prozent ausgelastet und nachgefragt.

Peter Eiblmayer von der Vogelsiedlung verwies auf die verstärkte Verkehrsbelastung der Eigentümerwege seit Bezug des Wohngeländes am Sportpark: Deren Verkehrsbedeutung habe sich geändert, die Gemeinde habe sie zu übernehmen. Bauamtsleiter Peter Solnar erläuterte, dass sich an der Art der Wege, gedacht zur Erschließung der Gebäude, eben nichts geändert habe. Hilger verwies noch auf das Bayerischen Straßen- und Wegegesetz, das genau über die Rechtslage von Eigentümerwegen informiere, die eben gerade keine Privatwege seien.

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