Eine Alternative zu den etablierten Parteien wollen die Kreispiraten sein mit (v. l.) Vize-Vorsitzendem Markus Heinze, Vorsitzendem Holger van Lengerich und Schatzmeister Christian Kalkhoff. foto: privat

Piraten gründen Kreisverband

Landkreis - Die Piratenpartei hat jetzt einen Kreisverband für den Münchner Landkreis aus der Taufe gehoben.

Rund 30 Stimmberechtigte waren in Moosach zur Wahl des Kreis-Vorstands zusammengekommen. Dabei gab es auch kritische Stimmen, die eine Machtkonzentration fürchteten. So äußerte ein Mitglied vor der Wahl des Vorstands die Sorge, dass sich die Partei durch die klassische Organisation mit hierarchischen Strukturen selbst belaste. Ein Grund, warum es bei der Abstimmung zur Gründung des Kreisverbands zwei Gegenstimmen gab. Bezirksverbands-Vorsitzender Alexander Philipp betonte demgegenüber: „Ein Kreisverband ist auf kommunaler Ebene ausgesprochen wichtig. Nur so können wir mehr Mitglieder finden und unsere Anliegen strukturierter durchsetzen.“

So möchten die Piraten mit ihren Schwerpunktthemen Bürger- und Urheberrechte sowie Energie- und Bildungspolitik eine Alternative zu den etablierten Parteien darstellen. „Wir setzen uns außerdem für mehr Basisdemokratie und gegen Lobbyismus ein“, ergänzte Philipp. Natürlich gehört zu den Anliegen der Mitglieder, die nach Auskunft des bayerischen Piraten-Geschäftsführers Aleks Lessmann zu einem großen Teil aus der IT-Branche kommen, auch der Kampf gegen „geheime und automatisierte Zensur des Internets“.

In den Vorstand des Kreisverbands wählten die Stimmberechtigten Holger van Lengerich als Vorsitzenden. Er will künftig dafür sorgen, dass es feste Ansprechpartner und einen Treffpunkt in einer Geschäftsstelle vor Ort geben wird. „Ab sofort ist durch die Struktur im Kreisverband gesichert, dass wir mit dieser Organisation auch Veranstaltungen anmelden können.“ Van Lengerich möchte sich insbesondere für eine gerechte Bildungspolitik einsetzen. In der Vergangenheit ging er etwa auch gegen Studiengebühren auf die Straße. Zusammen mit dem Bezirksvorstand könne der Kreisverband nun auch Aktionen in der Stadt besser koordinieren.

Zu Lengerichs Stellvertreter wurde Markus Heinze gewählt, der sich in der Wahl gegen eine weitere Kandidatin durchsetzen konnte. Zu den Schwerpunktthemen des wissenschaftlichen Mitarbeiters der TU München gehört das Engagement gegen rechte Gruppierungen und Gesinnung. „Mein Ziel ist es auch, weitere Mitglieder für die Piratenpartei zu akquirieren.“

In das Amt des Schatzmeisters wählten die Piraten den Informatiker Christian Kalkhoff, der bereits im Rechnungswesen gearbeitet hat. Als ein Anliegen bezeichnete Kalkhoff die Suche nach potenziellen Geldgebern: „Ich möchte im Internet das Franchising vorantreiben und die Kampagnenwerbung auf den Weg bringen.“

Im Anschluss an die Wahl diskutierten die Mitglieder Positionspapiere, die sich mit der Transparenz bei der Olympiabewerbung 2018, der Informationsfreiheitssatzung für München, der Münchner Integrationspolitik sowie einem Bürgerbegehren zum zweiten Stammstreckentunnel in München auseinandersetzen.

Auch interessant

Kommentare