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Das Alten- und Pflegeheim in Planegg hat einen guten Ruf. Der Pflegehelfer wurde sofort entlassen.

59-Jähriger zeigt sich selbst an

Heimmitarbeiter vergeht sich an demenzkranker Seniorin

Planegg – Schwere Vorwürfe gegen einen Altenpflegehelfer: Die Polizei ermittelt gegen den 57-Jährigen, weil er im Januar während seiner Dienstzeit drei demenzkranke Patientinnen im evangelischen Alten- und Pflegeheim in Planegg sexuell missbraucht haben soll.

Im Heim selbst ist allerdings nur ein Vorfall bekannt. Eine Pflegerin hatte ihn dabei beobachtet, wie er eine schwer demenzkranke Ende-80-Jährige innig umarmte und küsste. Die Frau war am Oberkörper unbekleidet. Die Pflegerin meldete den Vorfall sofort der Heimleitung. Heimleiter Ulrich Spies stellte den Altenpflegehelfer zur Rede, der Mann gestand den Vorfall. „Er wurde sofort freigestellt, bekam Hausverbot und unterzeichnete einen Arbeitsaufhebungsvertrag“, sagt Klaus Honigschnabel, der Leiter der Inneren Mission München, die Träger des Heims ist. Der Sohn der Seniorin verzichtete darauf, Anzeige zu erstatten. Doch der 57-Jährige ging selbst zur Münchner Polizei, um sich anzuzeigen. Die berichtete gestern von drei Übergriffen auf Patientinnen, die der Mann gestanden hatte. Er wurde vorläufig festgenommen. Er ist verheiratet, hat Kinder und ist bereits polizeilich bekannt – allerdings nicht wegen Sexualdelikten.

In dem Planegger Heim arbeitete er seit sieben Jahren als Altenpflegehelfer. „Er war völlig unauffällig“, berichtet Honigschnabel. Es habe keinerlei Anzeigen gegeben, dass er Patienten missbrauchen könnte. Das Heim habe einen vorbildlichen Ruf.

Heimleiter Ulrich Spies sagt: „Das Ganze hat uns emotional sehr getroffen.“ Er erfuhr von dem Vorfall, als er gerade mit seinen Kollegen sein zehntes Dienstjubiläum feierte.  

kwo/sri

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